"Der tolle Mensch"

Psychologische, philosophische und wissenschaftliche Betrachtungen

Moderator: gabor

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Lord_Diabolus

"Der tolle Mensch"

Beitrag von Lord_Diabolus »

Friedrich Nietzsche war überzeugter Atheist und gegen die Religionen.
Allerdings wissen die wenigsten heute noch um seine Philosophie.
Meiner Meinung nach ein Grund, zu trauern.
Dies soll der Versuch einer Interpretation sein, welche sich auf eines der berühmtesten Sätze der Philosophiegeschichte bezieht: Gott ist tot.
Warum ist Gott tot? Warum haben wir ihn weggeschickt? Warum ist der Gläubige schwach?

Ich werde die Parabel des tollen Menschen stückweise auseinandernehmen und versuchen, zu interpretieren.

Habt ihr nicht von jenem tollen Menschen gehört, der am hellen Vormittag eine Laterne anzündete, auf den Markt lief und unaufhörlich schrie: "Ich suche Gott! Ich suche Gott!"
Da dort gerade viele von denen zusammenstanden, welche nicht an Gott glaubten, so erregte er ein großes Gelächter.
Ist er denn verlorengegangen? sagte der eine. Hat er sich verlaufen wie ein Kind? sagte der andere.
Oder hält er sich versteckt? Fürchtet er sich vor uns? Ist er zu Schiff gegangen? ausgewandert? - so schrien und lachten sie durcheinander.
Ich möchte anfangs erwähnen, dass Nietzsche "toll" im Sinne von "wunderbar" verstand. Nicht im Sinne von "verrückt".
Halten wir fest:
Der tolle Mensch sucht mit einer LATERNE am HELLEN VORMITTAG nach Gott.
Er versucht also mit aller Kraft, Gott oder das Göttliche zu finden.
Die "Ungläubigen" (Atheisten möchte ich sie nicht nennen, ich werde später den Grund erklären) lachen über ihn.
Machen ihre Scherze darüber, dass ein Gott existieren würde.
Das ist eine Stelle, die unglaublich wichtig für das Verständnis meiner Interpretation ist.


Der tolle Mensch sprang mitten unter sie und durchbohrte sie mit seinen Blicken.

"Wohin ist Gott?" rief er, "ich will es euch sagen!
Wir haben ihn getötet - ihr und ich!
Wir sind seine Mörder! Aber wie haben wir das gemacht?
Wie vermochten wir das Meer auszutrinken?
Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen?
Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun?

Wohin bewegen wir uns?
Fort von allen Sonnen?
Stürzen wir nicht fortwährend?
Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten?
Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht durch ein unendliches Nichts?
Haucht uns nicht der leere Raum an?
Ist es nicht kälter geworden?
Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht?

Die These des tollen Menschen ist, die Menschheit hätte Gott vertrieben, ihn getötet.
Wichtig sind für mich die Metaphern, die für eine Interpretation natürlich einen großen Freiraum lassen.
"Austrinken des Meeres" als Zeichen der "endlichen Unendlichkeit".
Meiner Meinung nach ein Symbol dafür, dass der Mensch Gott "durchschaut" hat.
Die Sonne war in der Theologie immer ein Sinnbild für Jesus.
Die Metapher der "Kette" kann sowohl als Verbindung, als auch als Gefangenschaft interpretiert werden.
Ich persönlich möchte mich nicht auf eine dieser Ansichten versteifen, sondern ziehe beide in Betracht.

Die nächsten Sinnbilder sind meiner Meinung nach extrem wichtig.
Manche lesen einfach drüber, ohne es groß zu verstehen oder genauer hinzusehen.
Der tolle Mensch meint, dass die Menschheit ohne Gott "hin und her stürze".
Dass wegen ihrer Loslösung von Gott ein Chaos entstehe, eine "Nacht nach der anderen Nacht".
Die Menschen "irren" ohne ihren Gott hilflos umher.

An für sich könnte man jetzt sagen, dass das doch wohl ein Fürspruch für die Religiösität ist.
Ich betrachte das allerdings unter einem anderen Standpunkt.
Der Mensch ist gebunden an Gott - aus Schwäche.
Atheismus bedeutet eine ungeheure Verantwortung - denn du kannst dich nicht an Göttern orientieren oder die Verantwortung in deren Hände legen.
Das setzt voraus, dass du diese Verantwortung auch tragen KANNST.
Du brauchst eine gewisse Stärke dafür.
Und der tolle Mensch meint nun, dass die Menschen diese Verantwortung nicht tragen könnten - denn sie suchen zu viel nach Gott!


Ja, ich muss zugeben, ich habe die Pointe versaut.
Denn die weiteren Textstellen unterstreichen nur meine Theorie, dass der Mensch zu seinem eigenen Gott werden sollte.

Nur noch eine Textstelle muss ich euch zeigen:
Hier schwieg der tolle Mensch und sah wieder seine Zuhörer an: auch sie schwiegen und blickten befremdet auf ihn. Endlich warf er seine Laterne auf den Boden, dass sie in Stücke sprang und erlosch. "Ich komme zu früh", sagte er dann, "ich bin noch nicht an der Zeit.
Der tolle Mensch ist zu früh.
Der normale Mensch ist noch zu schwach und zu dumm für Weisheit.
Zu schwach, diese großen Lasten auf seinen Schultern endlich zu akzeptieren und zu tragen.

Ich habe mich kurz gefasst.
Ich bitte um eure ausführlichere Meinung.

Gruß
Diabolus
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flame
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von flame »

kurz und gut interpretiert
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von Azazel »

An für sich könnte man jetzt sagen, dass das doch wohl ein Fürspruch für die Religiösität ist.
Ich betrachte das allerdings unter einem anderen Standpunkt.
Der Mensch ist gebunden an Gott - aus Schwäche.
Atheismus bedeutet eine ungeheure Verantwortung - denn du kannst dich nicht an Göttern orientieren oder die Verantwortung in deren Hände legen.
Das setzt voraus, dass du diese Verantwortung auch tragen KANNST.
Du brauchst eine gewisse Stärke dafür.
Und der tolle Mensch meint nun, dass die Menschen diese Verantwortung nicht tragen könnten - denn sie suchen zu viel nach Gott!


sehr gut interpretiert! Genau da liegt der Hase im Pfeffer warum es soviele Menschen gibt, die sich nach einem Gott sehnen, um ihre Verantwortung auf eine höhere Instanz verschieben zu können - dies führt dann leider auch dazu, dass es eine Vielzahl an Menschen gibt, die nur allzu gern bereit sind diese, ihre Verantwortung aus Mangel an Göttern dann auf politische Führer zu verlegen - dieses Prinzip funktioniert nahezu seit Anbeginn der menschlichen Kultur und führte immer wieder dazu, dass Thyrannen, Diktatoren etc. soviele Schafe um sich scharen konnten und können.

sehr feine Interpretation Lord Diabolus!!
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Ich bin Faith
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von Ich bin Faith »

Ja, ganz nette Interpretion. Hab den Text schon als Schülerin im Ethik Unterricht auseinander genommen.
Ich möchte gern eine weiterführende Frage nun in den Raum werfen:
Gott "starb" glaub ich ca 1882, wenn ich mich recht entsinne ist das das Jahr in dem das Werk erschien, gut, es möge sein, dass Gott 1882 tatsächlich noch nicht unnötig bzw tot war, wie der tolle Mensch ja dann am Ende sagt, er komme zu früh und seine Laterne wieder auspustet. Aber wie steht es jetzt mit uns heute? mehr als 120 jahre später, wäre die heutige Gesellschaft in der Lage Gott zu töten?
Ich bin der Meinung, dass sie es könnte, falls jemand anderer Meinung ist kann man da ja ein bissschen argumentieren
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flame
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von flame »

Sie könnte vielleicht, wenn sie es wollte. Es glauben heutzutage immernoch sehr viele Menschen an Gott, einfach weil es für sie bequem ist und sie es daher wollen. Grade in Amerika ist Gott diesen Leuten immernoch eine große Stütze im Leben.

Aber es stimmt schon das sich das über die Jahre schon deutlich reduziert hat.
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Ich bin Faith
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von Ich bin Faith »

gerade in Amerika wird ja Religion immernoch gerne instrumentaliert, aber stattdessen könnten sie auch andere lausige Argumente für ihre taten finden!
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cycocinema
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von cycocinema »

ich denke, 'gott' (was immer man darunter verstehen will) ist nicht zu töten. tatsache ist, dass es zwar keinerlei beweise für, aber auch keine beweise gegen seine existenz gibt. es gibt nur hinweise, und die gehen eher in die richtung, dass es etwas gibt (gott/höheres system/grenzenlose vernunft), was man als etwas göttliches interpretieren muss, da unsere moderne wissenschaft sich bestimmte dinge (noch?) nicht erklären kann.

ein beispiel:
aus nichts kann nie ein etwas werden. (oder auch: aus nichts wird nichts anderes als nichts)
das ist eines der einfachsten naturgesetze. logisch. was war nun vor dem urknall (natürlich nur, wenn die urknall-theorie stimmt und die string-theorie nicht)? nichts. wie kann nun aus nichts ein etwas werden?

einstein sagte einmal:
hinter dem grenzenlosen universum muss eine grenzenlose vernunft stecken. diese vernunft bezeichnen wir als gott.
ich persönlich sage zwar lieber 'höheres system' dazu, aber ich denke, dass das hier keine rolle spielt.

anselm von canterburg (1033 n. chr. - 1109 n. chr.) hat einen satz geäußert, der bis heute nicht widerlegbar ist:
in der idee gottes ist notwendig seine existenz mitgedacht.
d. h., 'gott' existiert in gedanken. sobald ich eine vorstellung, bzw. eine definition für 'gott' gefunden habe, existiert gott. und eine solche definition gibt es:
gott ist die absolute maxime in allen uns erdenklichen bereichen.
einen weiteren hinweis gab thomas von aquin (1225 n. chr. - 1275 n. chr.):
man kann von der welt auf die existenz gottes schließen.
- es gibt eine entstehungsursache, die keine ursache außer sich selbst hat ( = urknall).

- positive qualitäten (das absolut schöne/wahre/gute) kommen in der welt nur unvollkommen vor. denknotwendigerweise muss es also etwas vollkommenes geben, denn sonst könnte ich diese qualitäten gar nicht als unvollkommen erkennen.

- da die welt zweckmäßig angeordnet ist, können wir auf einen ordnenden geist schließen.

soweit zu den hinweisen für die existenz gottes. und aufgrund dieser hinweise oder feststellungen, bin ich der meinung, es ist nicht möglich, 'gott' zu töten.

mfg
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von Ich bin Faith »

dazu möchte ich meinen Prophesor zitieren: Der meinte, nur weil es dinge gibt die wir uns mit unserem spatzenhirn niht erklären können, heißt das nicht dass es einen Gott gibt. das sei ein Kausaler Fehlschluss
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cycocinema
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von cycocinema »

ich habe auch keinerlei beweise für die existenz gottes dargebracht. es sind, wie gesagt, hinweise.

das wesen von dunkler materie können wir auch nicht erklären - sie existiert dennoch. und dass es im universum ein system gibt, ist auch nicht zu bezweifeln. wieso sollte ich dieses system nicht gott nennen dürfen?
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Ich bin Faith
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von Ich bin Faith »

ich dachte ich meine schon Gott in einem rein religiösem sinne. auch wenn ich spontan keine def perat habe und keine lust habe wikipediazu zitieren
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Azazel
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von Azazel »

Der Mensch neigt dazu Dinge, die nicht auf Anhieb erklärbar sind zu mystifizieren:-)
Lord_Diabolus

Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von Lord_Diabolus »

cycocinema hat geschrieben:ich habe auch keinerlei beweise für die existenz gottes dargebracht. es sind, wie gesagt, hinweise.

das wesen von dunkler materie können wir auch nicht erklären - sie existiert dennoch. und dass es im universum ein system gibt, ist auch nicht zu bezweifeln. wieso sollte ich dieses system nicht gott nennen dürfen?

Es geht hier um den Gott, der die Verantwortung für die Menschen trägt. Um die Utopie, die sich die Menschen schaffen.
Gott im Philosophischen, nicht im Wissenschaftlichen.
Das ist ein bedeutender Unterschied, denn das eine hat mit dem anderen (abgesehen mal von der Schöpfungsgeschichte) im täglichen Glauben nichts zu tun.
Und wenn Nietzsche vom "getöteten Gott" spricht, maßt er sich damit nicht an, als einfacher Mensch die Natur zerstört zu haben, sondern (wie in der Interpretation geschrieben) die Verantwortung für das Geschehen auf der Erde selbst in die Hand zu nehmen und die Natur eben zu SCHÜTZEN, zu RESPEKTIEREN und nicht die eigenen Triebe zu verleugnen.


LG

Diabolus
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von cycocinema »

ok, ich bin vom thema abgekommen.

aber: 'gab' gott die erde nicht dem menschen, damit er sie bebaue und behüte, ist es daher nicht 'gottes wille', dass wir die natur schützen? so jedenfalls steht es in der bibel geschrieben.

würde man gott töten, würde man sich nicht damit der von ihm auferlegten verantwortung entziehen? und das hat mit dem täglichen glauben sehr wohl etwas zu tun. denn: wenn es gott gibt, müssen wir uns irgendwann vor ihm für unsere taten verantworten.

wieso sollte es also hilfreich sein, gott zu töten?

greetz
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von Azazel »

naja...ist doch ein klassisches Frankenstein-Thema - die Kreaturen haben doch oft Interesse ihre Schöpfer zu töten:-))
Lord_Diabolus

Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von Lord_Diabolus »

cycocinema hat geschrieben:ok, ich bin vom thema abgekommen.

aber: 'gab' gott die erde nicht dem menschen, damit er sie bebaue und behüte, ist es daher nicht 'gottes wille', dass wir die natur schützen? so jedenfalls steht es in der bibel geschrieben.

würde man gott töten, würde man sich nicht damit der von ihm auferlegten verantwortung entziehen? und das hat mit dem täglichen glauben sehr wohl etwas zu tun. denn: wenn es gott gibt, müssen wir uns irgendwann vor ihm für unsere taten verantworten.

wieso sollte es also hilfreich sein, gott zu töten?

greetz

Weil Gott ein vergebender Gott ist.
Jedenfalls nach der Auffassung des Christentums.
All das, was im "Namen Gottes" getan wurde (hauptsächlich von den Hostienfressern), fällt meiner Meinung nach unter die Kategorie "Verbrechen an der Menschlichkeit".
Völkermord, Machtgier, Grausamkeit, Folter, Tod und Zerstörung.
Selbst Naturreligionen werden in heutiger Zeit noch von Christen in der ganzen Welt vertilgt und durch ihre Lehren ersetzt.
Und das, was Gott EIGENTLICH sein sollte, ist schon bei dem ersten ausgerotteten Volk getötet worden - bei dem ersten Tropfen Blut, der im Namen Gottes vergossen wurde.
Es ist wohl jedem klar, dass die meisten Menschen Verantwortung auf Gott schieben.
Würde sonst auf unserer Welt so viel Verwüstung herrschen?
Wenn wir alle vor Gott eines Tages bereuen müssen - heißt das dann, dass er uns auf Erden brav die Natur verschanden lässt und danach mit dem Finger auf uns zeigt und sagt: "Na, das war aber nich nett!"
Das Problem ist, dass man in christlichen Lehren erst NACH DEM TOD die Verantwortung vor Gott tragen muss.
Fein, fein.
Bei einem vergebenden Gott wird es da wohl keine Probleme geben.

In der Zeit Nietzsche's (sagen wir mal um 1890) war der Mensch bereits recht modern - und wie du siehst, gab es auch damals immer noch die selbe Art von Zerstörung, Hass und Verantwortungslosigkeit, die es heute auch noch gibt.
Wird Gott getötet, trägt der Mensch selbst die Verantwortung auf Erden.
Soll heißen: Entweder ist Gott zu träge, den Menschen in seinem Leben RICHTIG zu leiten, oder der Mensch ist einfach zu dumm.
Ich tippe auf zweiteres, da ich an die Existenz Gottes nicht glaube.

Der Mensch KANN keine Verantwortung für die Welt übernehmen, weil er dafür viel zu schwach, verblendet und machtgierig ist.
Die Verantwortung und Liebe beginnt im kleinen Kreis.
Und wenn es nur der Freundeskreis ist.
Dazu bedarf es keinem Gott.

Ein Beispiel aus meiner Sicht.
Wenn ein Freund von mir sauer auf mich wäre, dann würde ich nicht Gott um Vergebung bitten, sondern mich diesem Problem selbst stellen.
Ich würde nicht Gott um Verzeihung bitten, sondern meinen Kumpel.

Das erfordert mehr Stärke, als zu Gott zu beten oder ähnliches.

Des weiteren ist die Bibel (auch der Schöpfungstext) aus der Hand eines Menschen entstanden.
Und wenn etwas nicht mehr passt, wird es erneuert.
Wenn wir Dezember haben, nutzen wir im Januar nicht immer noch den selben Kalender.
Die Güte und die Harmonie, die in der Bibel angeblich gelehrt werden sollte, trifft nicht mehr für unsere Zeit zu.
Das Göttliche ist tot - und die Gläubigen selbst haben es getötet.
Und zugeben tun sie es immer noch nicht.
Ich will garnicht wissen, welche abartigen Geheimnisse in den Verliesen des Vatikans gelagert werden.
Gott ist tot - der Traum vom Paradies auf Erden und der Liebe ist eine Utopie.
Denn es widerspricht der Natur des Menschen.
Mittlerweile müsste der Mensch dies erkannt haben.
Der Mensch ist dazu veranlagt, egoistisch zu sein (die verschiedenen Deutungen von Egoismus in den verschiedensten Arten und Formen muss ich wohl nicht extra niederschreiben, oder?).
Dennoch lebt er in einem mehr oder weniger funktionierendem System.
Der Mensch muss beginnen, zwischen Dummheit und Weisheit zu unterscheiden und beide Werte nicht zu verdrehen!
Wir Menschen tragen die Verantwortung dafür.
Gott ist seit (ich wage es, diese Zahl zu nennen) einem Jahrtausend tot - und niemand merkt es!
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cycocinema
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von cycocinema »

ja, im namen der kirche ist großes unrecht geschehen. aber die gräueltaten, die verblendete glaubenseiferer begangen haben und die dann von 'seiner heiligkeit', dem papst, für 'gut und gerecht' befunden wurden mit einer heutigen weltsicht, nachdem wir die philosophie des humanismus durchlaufen haben, zu bewerten, halte ich für kurzsichtig.

dass die meisten menschen ihre verantwortung auf gott schieben, ist meines erachtens nach nicht der grund für die zerstörung und den raubbau an der natur. wann hat die zerstörung der natur im großen stil denn angefangen? erst im zeitalter der industrialisierung, nachdem nämlich verkündet wurde: "es gibt keinen gott!"

vielleicht ist es so, dass wir uns erst nach dem tod vor gott stellen müssen, er mit dem finger auf uns zeigt und sagt: "das war aber nicht nett!". wenn ich aber proklamiere, es gäbe gar keinen gott, dann müsste ich mich doch auch niemals und in keiner weise verantworten, sondern könnte alles zerstören und dann sterben - sollen die nach mir doch sehen, wo sie bleiben.
Lord_Diabolus hat geschrieben:Wird Gott getötet, trägt der Mensch selbst die Verantwortung auf Erden.
... oder er kann tun und lassen, was ihm beliebt...

ich sehe schon, du willst unbedingt beweisen, dass es gott nicht gibt. von mir aus kannst du das auch gerne tun. aber: hast du den schneid, in ein altenheim zu gehen und einer totkranken, sterbenden frau zu sagen: "Es gibt keinen Gott, all deine Hoffnungen auf Vergebung durch ihn sind töricht. Gott ist tot. Du selbst hast ihn durch deinen Glauben an ihn getötet!" ?
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Azazel
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von Azazel »

ich sehe schon, du willst unbedingt beweisen, dass es gott nicht gibt. von mir aus kannst du das auch gerne tun. aber: hast du den schneid, in ein altenheim zu gehen und einer totkranken, sterbenden frau zu sagen: "Es gibt keinen Gott, all deine Hoffnungen auf Vergebung durch ihn sind töricht. Gott ist tot. Du selbst hast ihn durch deinen Glauben an ihn getötet!" ?

Schwierige Frage - im Prinzip ja - niemand sollte mit einer Lüge sterben, aber andererseits bringt es niemand etwas, wenn man einem Sterbenden die letzte Hoffnung zerstört.
Lord_Diabolus

Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von Lord_Diabolus »

ja, im namen der kirche ist großes unrecht geschehen. aber die gräueltaten, die verblendete glaubenseiferer begangen haben und die dann von 'seiner heiligkeit', dem papst, für 'gut und gerecht' befunden wurden mit einer heutigen weltsicht, nachdem wir die philosophie des humanismus durchlaufen haben, zu bewerten, halte ich für kurzsichtig.
Auch heute wird der Name Gottes noch missbraucht.
Die Aktualität ist immer noch vorhanden.
Sieh dir die Exorzisten an.
Oder Missionare.
dass die meisten menschen ihre verantwortung auf gott schieben, ist meines erachtens nach nicht der grund für die zerstörung und den raubbau an der natur. wann hat die zerstörung der natur im großen stil denn angefangen? erst im zeitalter der industrialisierung, nachdem nämlich verkündet wurde: "es gibt keinen gott!
Im Zeitalter der Industrialisierung war nicht jeder Industrieleiter ein Atheist.
Die Natur wird auf andere Art und Weise zerstört.
Nicht nur durch Verschmutzung, sondern auch durch "Gott" selbst, da viele natürliche Triebe des Menschen aus Glaubensgründen als Sünde bekannt werden.
Ich persönlich halte das Argument für sinnlos, dass das Christentum ja "heute nich mehr so ist".
Denn wenn eine Religion angekrochen kommt und zwanghaft versucht, Gläubige zu gewinnen, dann ist das kein Zeichen von Modernität sondern ein Zeichen von Machtgier in allen Zeitaltern, gerichtet an alle Menschen.

vielleicht ist es so, dass wir uns erst nach dem tod vor gott stellen müssen, er mit dem finger auf uns zeigt und sagt: "das war aber nicht nett!". wenn ich aber proklamiere, es gäbe gar keinen gott, dann müsste ich mich doch auch niemals und in keiner weise verantworten, sondern könnte alles zerstören und dann sterben - sollen die nach mir doch sehen, wo sie bleiben.
Beachte bitte an dieser Stelle, dass Nietzsche der Meinung war, dass der Mensch nicht bereit dafür sei, den Tod Gottes zu begreifen, weil er sonst die gesamte Verantwortung tragen müsse und dazu zu schwach sei.
Die Verantwortung falsch zu nutzen oder die Freiheit zu missbrauchen fällt meines Erachtens nach unter den Begriff "Schwäche".
Dennoch gibt es durchaus Menschen, die diese Freiheiten eben NICHT missbrauchen und mit aller Kraft versuchen, die Verantwortung zu tragen.
Aber für den "normalen" Menschen ist diese Zeit noch nicht gekommen.

ich sehe schon, du willst unbedingt beweisen, dass es gott nicht gibt. von mir aus kannst du das auch gerne tun. aber: hast du den schneid, in ein altenheim zu gehen und einer totkranken, sterbenden frau zu sagen: "Es gibt keinen Gott, all deine Hoffnungen auf Vergebung durch ihn sind töricht. Gott ist tot. Du selbst hast ihn durch deinen Glauben an ihn getötet!" ?
Das ist eine törichte Frage mein Freund.
Niemand wird versuchen, einen alten Wolf in zwei Tagen zum Schoßhündchen umzupolen und das hat auch niemand behauptet.
Lies bitte aufmerksam - der Mensch ist nicht bereit, den Tod Gottes zu akzeptieren.
Er würde es nicht verkraften und es nicht ertragen, weil er zuviel an ihn gebunden ist.
"Opium fürs Volk".
Gott ist eine "bewusstseinsverändernde Droge" für den schwachen Mensch.
Glaubst du, unsere heutige Generation, die hauptsächlich den Hedonismus lebt, wird ernsthaft in glücklichen Momenten Gott für diese Freuden danken?
Der Mensch entwickelt sich weiter.
Momentan ist er zu schwach, alleine zu leben.
Das haben wir zu tolerieren.
Aber irgendwann wird er soweit sein.
Für uns ist es vielleicht so weit.
Für andere noch nicht.

Wenn die Menschen die Lügen leben und lieben, dann müssen sie wenigstens WISSEN, dass es eine Lüge ist.
Sie sollen sich dessen BEWUSST sein.
Welcher fanatische Gläubige ist sich denn dessen bewusst?
Welcher Gläubige begreift denn, dass er Stück für Stück DURCH Gott ZU Gott wird?
Zu einem Verantwortungsträger?
Keiner.
Versteh mich nicht falsch - auch ich habe meine Dogmen.
Aber beschwöre ich in meinen Ritualen Dämonen und Götter, bin ich mir der Tatsache bewusst, dass alle Kraft aus mir und der Natur stammt - und nicht aus ihnen.
Ich habe NIEMALS ein Geschehen auf das Konto eines Dämons oder etwas ähnlichem geschoben.
Und ich habe es auch nicht vor.

Vielleicht ist die alte, sterbende Frau nicht bereit dafür, ihre Lüge zuzugeben und zu begreifen.
Aber das neue Kind wird es sein.
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von cycocinema »

Lord_Diabolus hat geschrieben:Wenn die Menschen die Lügen leben und lieben, dann müssen sie wenigstens WISSEN, dass es eine Lüge ist.
Sie sollen sich dessen BEWUSST sein.
ich verstehe einfach nicht, wo der sinn in dieser sache stecken soll. wenn die menschen mit ihren 'lügen' leben und zufrieden sind, wenn sie es schaffen, durch diese lügen ihr leben zu meistern und nicht zu verzweifeln, dann haben diese lügen doch ihre daseins berechtigung.

ich denke, der mensch sollte endlich begreifen, dass er IN der natur lebt und nicht NEBEN ihr. insofern stimme ich dir voll und ganz zu.

die menschen sollen also endlich verantwortung übernehmen? vielleicht WOLLEN manche von ihnen das aber gar nicht. vielleicht BRAUCHEN einige menschen auch den gedanken, an eine bestrafung nach dem tod für die unrechtmäßigkeiten in ihrem leben, um eben diese nicht zu begehen. schon mal daran gedacht? und wie viele brauchen einen gott, an den sie sich wenden können, wenn ein nahe stehender verwandter von ihnen stirbt? willst du ihnen allen den trost nehmen, nur um deine ansicht über die (nicht-)existenz gottes durchgesetzt zu haben? gott dient nicht nur als sündenbock und bestrafer - diese rolle wurde dem teufel zugeschrieben. gott soll den menschen vor allem eines spenden: hoffnung.

deshalb ist es keine 'schwäche' sich an gott zu wenden. auf gott seine eigenen verfehlungen zu schieben - ja, das ist eitelkeit, arroganz und verblendung. aber nicht gottes eitelkeit, arroganz und verblendung. sonder die des menschen, der dies tut.
Lord_Diabolus hat geschrieben:Sieh dir die Exorzisten an.
Oder Missionare.
ist dir bewusst, welch ein prozedere vor einem wirklichen exorzismus erst einmal durchlaufen wird, um sicher zu stellen, dass es sich bei dem so genannten 'dämon'/'teufel' nicht bloß um eine psychische störung handelt?

und was tun die menschen im namen gottes denn heute schlimmes? sie predigen gegen den hunger in der dritten welt? weisen auf missstände in den sozialen schichten hin? gründen soziale einrichtungen und betreiben diese meist ehrenamtlich? helfen obdachlosen, indem sie ihnen einen schlafplatz und eine warme mahlzeit am tag spendieren? ach du scheiße, sind die aber böse!
Auch ich mache fehler!
Lord_Diabolus

Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von Lord_Diabolus »

ich verstehe einfach nicht, wo der sinn in dieser sache stecken soll. wenn die menschen mit ihren 'lügen' leben und zufrieden sind, wenn sie es schaffen, durch diese lügen ihr leben zu meistern und nicht zu verzweifeln, dann haben diese lügen doch ihre daseins berechtigung.
Hälst du es für sinnvoll, dein Leben in einer Utopie zu verbringen?
In einer Lüge?
Irgendwann MUSS der Mensch davon loskommen.
Selbst wenn er es jetzt nicht schafft.
Der Mensch kann sich nicht immer belügen.
die menschen sollen also endlich verantwortung übernehmen? vielleicht WOLLEN manche von ihnen das aber gar nicht. vielleicht BRAUCHEN einige menschen auch den gedanken, an eine bestrafung nach dem tod für die unrechtmäßigkeiten in ihrem leben, um eben diese nicht zu begehen. schon mal daran gedacht? und wie viele brauchen einen gott, an den sie sich wenden können, wenn ein nahe stehender verwandter von ihnen stirbt? willst du ihnen allen den trost nehmen, nur um deine ansicht über die (nicht-)existenz gottes durchgesetzt zu haben? gott dient nicht nur als sündenbock und bestrafer - diese rolle wurde dem teufel zugeschrieben. gott soll den menschen vor allem eines spenden: hoffnung.

OBJEKTIV betrachtet ist das eine Schwäche.
Wenn ein Mensch angeschossen wird und seinen Arm nicht mehr bewegen kann, ist er schwach, oder etwa nicht?
Und wenn ein Mensch mit der Natur (Tod gehört dazu!) nicht ohne eine Lüge klarkommt und ihm die Liebe seiner Mitmenschen nicht genügt, ist das doch auch eine Schwäche.
Niemand sagt, dass ich diese Schwäche verurteile.
Dennoch ist es eine Schwäche - das, was der Mensch zu überwinden lernen muss.
deshalb ist es keine 'schwäche' sich an gott zu wenden

Ist das deine Begründung?
Dass eine Lüge, die Hoffnung spendet, stärker ist als die Kraft, Dinge hinzunehmen und aus eigener Kraft und mit der Liebe anderer zu bewältigen?
Finde ich relativ brüchig.
Es gibt für mich einen Unterschied zwischen dem Philosophischen Gott und dem Gott als denkende Existenz.
Ich verweise hier auf das sogenannte "Vierte Szenario", den "Sinnhorizontes".
Eventuell hast du von dieser Ansicht bereits gehört.


ist dir bewusst, welch ein prozedere vor einem wirklichen exorzismus erst einmal durchlaufen wird, um sicher zu stellen, dass es sich bei dem so genannten 'dämon'/'teufel' nicht bloß um eine psychische störung handelt?
Wenn es sich nicht bei Besessenheit um eine psychische Störung handelt, um was dann?
Ernsthaft um Dämonen und Teufel?
Ist das nicht ein Denken aus dem Mittelalter?
Ein Denken, dass auf Aberglaube und Angst beruht?


und was tun die menschen im namen gottes denn heute schlimmes? sie predigen gegen den hunger in der dritten welt? weisen auf missstände in den sozialen schichten hin? gründen soziale einrichtungen und betreiben diese meist ehrenamtlich? helfen obdachlosen, indem sie ihnen einen schlafplatz und eine warme mahlzeit am tag spendieren? ach du scheiße, sind die aber böse!


Unter Missionierung verstehe ich die Inkulturation des Christlichen Glaubens in Naturreligionen.
Und das ist meiner Meinung nach ein Verstoß gegen die Religionsfreiheit, die in einer modernen Welt herrschen sollte.

Niemand sagt, dass ich jeden davon überzeugen will, dass Gott nicht existent ist - ich wiederhole mich nur ungern was "Der Mensch ist dazu nicht bereit" angeht.
Und interessanterweise hast du diesen Satz kein einziges Mal aufgegriffen, sondern das gelesen, was niemals geschrieben wurde.

Der Mensch wird Gott eines Tages überwinden.
Niemand sagt, dass das heute geschehen muss.
ICH bin nämlich kein Missionar.

Und außerdem habe ich nie gesagt, dass Hilfe in der Dritten Welt was schlechtes sei.
Dieses Thema wurde nie angesprochen.
Und unter Missionierung verstehe ich keine Sozialität in ärmeren Ländern.
Du etwa?

Zudem ist das hier ein Philosophie-Bereich.
Kein Planungsort für eine Revolution.
Und ich wage nicht zu behaupten, dass jeder Mensch meine Ansichten oder die Nietzsche's teilen muss.
Daher bitte ich dich, das auch nicht anzunehmen!
Ich versuche lediglich, meine Philosophie zu begründen.


In Nietzsches Werk steht ein Satz:
"Ein Buch für Jeden und Keinen."

Im Antichrist stand:
"Für die, die meinen Zarathustra verstehen."

Es wäre töricht, eine Philosophie zur Weltphilosophie zu erheben.


Gruß

Diabolus
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Azazel
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von Azazel »

und was tun die menschen im namen gottes denn heute schlimmes? sie predigen gegen den hunger in der dritten welt? weisen auf missstände in den sozialen schichten hin? gründen soziale einrichtungen und betreiben diese meist ehrenamtlich? helfen obdachlosen, indem sie ihnen einen schlafplatz und eine warme mahlzeit am tag spendieren? ach du scheiße, sind die aber böse!

stimmt schon, aber auf der anderen Seite gibt es halt viele Fundamentalisten, die z.B. im Namen ihres Gottes töten und damit meine ich nur den Islam, sondern z.B. auch evangelikale Fanatiker, die Abtreibungsärzte töten etc.
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Onime
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von Onime »

und was tun die menschen im namen gottes denn heute schlimmes? sie predigen gegen den hunger in der dritten welt? weisen auf missstände in den sozialen schichten hin? gründen soziale einrichtungen und betreiben diese meist ehrenamtlich? helfen obdachlosen, indem sie ihnen einen schlafplatz und eine warme mahlzeit am tag spendieren? ach du scheiße, sind die aber böse!
hachja wenn es doch nur dabei bleiben würde hätte ich nichts gegen das christentum einzuwenden.
aber ich hab oft genug erlebt wie mein bruder "im namen gottes" von den ehemaligen gemeindemitgliedern meiner eltern diskriminiert wurde, weil er schwul ist. oder wie meine eltern aus dem kreis dieser gemeindegesellschaft ausgeschloßen wurden weil sie sich weigerten meinen bruder vor die tür zu setzen und verrecken zu lassen um dadurch einen ewigen segen im himmel zu erlangen.
das sind die dinge die das christen mir und vielen anderen gegenüber sehr unsympathisch erscheinen lassen.
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von cycocinema »

die taten begehen aber die menschen, nicht die sache an sich, oder?

genauso ist nationalismus keine schlechte sache, es kommt nur darauf an, was die menschen daraus machen.
Auch ich mache fehler!
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von Onime »

obdachlosenheime errichten auch menschen, gegen armut predigen auch menschen.
aber es ist nun mal so das meiner erfahrung nach viele menschen die sich als christen bezeichnen sehr viele dinge im namen ihres gottes getan haben die ich nicht gut heißen kann. dagegen hält sich der positive aspekt meines erachtens nach sehr in grenzen
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Re: "Der tolle Mensch"

Beitrag von Azazel »

Für was bitte sollte Nationalismus Sinn machen??
Egal was nun die Menschen daraus machen (das war bis dato ja immer Scheiße hoch drei), was soll daraus brauchbares entstehen?