zeichen, sigillen, geometrie

Magie, Dämonologie etc. für Novizen und angehende Praktizierende
Antworten
kona
Beiträge: 173
Registriert: 26. Sep 2013 22:53

zeichen, sigillen, geometrie

Beitrag von kona »

guten tag miteinander

ich habe eine frage zu zeichen und sigillen. zwecks besserer übersicht nummerier ich hier mal drei "arten":

1. es gibt ja zeichen/symbole wie die runen und die hebräischen schriftzeichen (und andere), mit welchen man, ich sag mal archetypisch, mit dem universum kommunizieren und auf es einwirken kann. hier ist wohl auch die kraft des klanges/wortes ausschlaggebend für die wirkung...
2. dann gibt es die siegel der wesenheiten, mit welchen man mit einem autonom handelnden wesen in kontakt treten kann. auch hier, wie bei 1., verstärkt wohl das wort das sichtbare zeichen bei der kontaktaufnahme.
3. und dann gibt es noch die grundlegenden geometrischen formen, welche in der natur vorkommen und in der mathematik behandelt werden, die kreise, drei-, vier-, etcecke, die spiralen, die fraktale... penta- und hexagramm zähl ich auch mal hier dazu. diese formen haben auch eindeutig eine ausstrahlung/einen einfluss im universum, und können herbeigezogen werden um verhältnisse zu schaffen und/oder ändern. hier arbeitet man nicht mit klang (ausser man singt die linien, flächen und körper, warum auch nicht?)

ich hoff, diese definitionen taugen was für eine diskussion...

nun, die frage:
warum wohnen, eurer meinung und erfahrung nach, in gewissen zeichen (seelische) archetypen, andere schaffen "nur" räumliche verhältnisse/ordnungnen, und in wieder anderen wohnen unabhängige entitäten - was hat es mit der anordnung der striche, kreise, etc auf sich, dass dadurch eine brücke zur einen oder eben zur anderen "gattung"/welt entsteht?

oder ist das wort/der klang die hauptbrücke bei 1. und 2., und gar nicht das zeichen?

...vielleicht unbeantwortbar, aber mich verwirrt und fasziniert dieses thema ziemlich, und bin interessiert an gefühlen und überlegungen von euch dazu...

grüsse

kona
Benutzeravatar
retsnoM
Beiträge: 281
Registriert: 16. Jan 2014 09:14
Wohnort: Life is a stage

Re: zeichen, sigillen, geometrie

Beitrag von retsnoM »

Meiner Meinung nach spielen weder Klang noch Form eine Rolle, sondern die Bedeutung die man dem Zeichen (oder dem Klang) zuschreibt.


Nachtrag: eingebürgerte Zeichen bzw Bedeutungen zu "lernen" ermöglicht es eine gewisse geregelte Struktur in sein persönliches System einzubringen. Für viele ist es einfacher, mit einer Struktur die seine Ordung hat zu arbeiten als mit Chaos. Außerdem erleichtern "genormte" Zeichen die Kommunikation zwischen Individuen.
Benutzeravatar
khezef
Moderator
Moderator
Beiträge: 2817
Registriert: 24. Jul 2011 16:29
Wohnort: Aus Gold mach Stahl!

Re: zeichen, sigillen, geometrie

Beitrag von khezef »

warum wohnen, eurer meinung und erfahrung nach, in gewissen zeichen (seelische) archetypen, andere schaffen "nur" räumliche verhältnisse/ordnungnen, und in wieder anderen wohnen unabhängige entitäten - was hat es mit der anordnung der striche, kreise, etc auf sich, dass dadurch eine brücke zur einen oder eben zur anderen "gattung"/welt entsteht?

oder ist das wort/der klang die hauptbrücke bei 1. und 2., und gar nicht das zeichen?
Hmm, ich kann hier eigentlich nur gewissenhaft von meiner Praxis mit Runengaldr ausgehen.

Demnach spielt für mich sowohl Klang, als auch Lautstärke und Melodie eine wichtige Rolle, durch sie kann ich die verschiedenen Nuancen dessen, was ich intoniere, abstimmen/hervorrufen.

Was es damit nun genau auf sich hat, kann ich dir für meinen Teil leider nicht beantworten, für mich is es einfach da, das reicht mir aktuell :lala:

Bei Sigillen handelt es sich oft um Foki, welche als Anker bzw. Kanalisierungshilfe dienen. Sind es ältere, viel genutzte Symbole, so gibt es die Theorie, das denen so etwas wie ein Eigenleben innewohnt, wie es etwa bei Runen der Fall wäre.

Da scheiden sich jedoch oft die Geister und Paradigmen sind widersprüchlich. Am einfachsten ist es, wenn man selbst hinein blickt oder horcht, je nach Malerei oder Klang ;)
Khezef
kona
Beiträge: 173
Registriert: 26. Sep 2013 22:53

Re: zeichen, sigillen, geometrie

Beitrag von kona »

retsnoM hat geschrieben:Meiner Meinung nach spielen weder Klang noch Form eine Rolle, sondern die Bedeutung die man dem Zeichen (oder dem Klang) zuschreibt.


Nachtrag: eingebürgerte Zeichen bzw Bedeutungen zu "lernen" ermöglicht es eine gewisse geregelte Struktur in sein persönliches System einzubringen. Für viele ist es einfacher, mit einer Struktur die seine Ordung hat zu arbeiten als mit Chaos. Außerdem erleichtern "genormte" Zeichen die Kommunikation zwischen Individuen.
hey retsnoM

eine inspirierende antwort, danke : )

habe mich damit vergnügt, mir einen kreis mit der assoziation "unruhe!" vorszustellen, und einen geraden strich mit der botschaft "umweg", solche sachen halt.
ist recht erfrischend, so was, fand ich... man parkiert sich ja wirklich sehr schnell in ein mal erfahrenem und/oder durchgedachtem...

darf ich dich fragen
1. worauf gründet deine meinung?
2. das zuschreiben, aufgrund von was erfolgt dies dann?

zum nachtrag: ich habe dieser tage wiederholt in der meditation die erfahrung gemacht, dass ich in einen zustand der ich nenns mal kristalllfarbenen stille kam. das lustige an dieser stille ist, dass sie mir in einer perfekten, eben kristallinen, ordung zu sein scheint, welche aber durch das weglassen jeglicher von mir hergestellten systematik ensteht... hier scheinen eher die gelernten ideen chaos zu verursachen :lol:

p.s.
3. wie arbeitet man mit chaos?
Benutzeravatar
retsnoM
Beiträge: 281
Registriert: 16. Jan 2014 09:14
Wohnort: Life is a stage

Re: zeichen, sigillen, geometrie

Beitrag von retsnoM »

kona hat geschrieben: 1. worauf gründet deine meinung?
Erfahrung und das stellen der Frage "wie kommt es zu dieser Bedeutung".
kona hat geschrieben: 2. das zuschreiben, aufgrund von was erfolgt dies dann?
Erziehung, Bildung, Erfahrungen, Konventionen ...
kona hat geschrieben: 3. wie arbeitet man mit chaos?
Ich meint damit, dass man nicht mit einem fertigen System arbeitet, das seine festen Regeln und eine feste Symantik hat. Vielmehr werden Assoziationen, Bedeutungen von Symbolen, Vorgehensweisen jedes mal von Grund auf komplett neu hergeleitet, ohne dabei auf einen Satz von gelernten Regeln zurückzugreifen.
Zugegeben, dies würde einen immensen Aufwand bedeuten und ob dies überhaupt praktisch möglich ist sei mal so dahingestellt. Schließlich muss man ja irgendwann mal auf einem Boden Fuß fassen können, um mit den Herleitungen zu beginnen.
Aber man kann ja seine Praktiken nur zu einem bestimmten Grad chaotisch halten.


Ich hoffe das war halbwegs verständlich. Worte mögen mich heute morgen nicht so ...
kona
Beiträge: 173
Registriert: 26. Sep 2013 22:53

Re: zeichen, sigillen, geometrie

Beitrag von kona »

khezef hat geschrieben:
warum wohnen, eurer meinung und erfahrung nach, in gewissen zeichen (seelische) archetypen, andere schaffen "nur" räumliche verhältnisse/ordnungnen, und in wieder anderen wohnen unabhängige entitäten - was hat es mit der anordnung der striche, kreise, etc auf sich, dass dadurch eine brücke zur einen oder eben zur anderen "gattung"/welt entsteht?

oder ist das wort/der klang die hauptbrücke bei 1. und 2., und gar nicht das zeichen?
Hmm, ich kann hier eigentlich nur gewissenhaft von meiner Praxis mit Runengaldr ausgehen.

Demnach spielt für mich sowohl Klang, als auch Lautstärke und Melodie eine wichtige Rolle, durch sie kann ich die verschiedenen Nuancen dessen, was ich intoniere, abstimmen/hervorrufen.

Was es damit nun genau auf sich hat, kann ich dir für meinen Teil leider nicht beantworten, für mich is es einfach da, das reicht mir aktuell :lala:
grüss dich khezef : )

ja, galdor ist cool, wird bei mir erst langsam lebendiger und ist sehr aussagekräftig als methode, so mein eindruck. nimmst du das sog runenyoga dazu, oder hast du den klang/den galdor ganz von der form/den hand- und körperstellungen gelöst inzwischen?
ich find, die haben auch recht power, die im fleisch nachgestellten zeichen...
die kombi aus klang und form ist mir meistens am stärksten bis anhin. ist ja auch noch logisch, wenn man möglichst viele ebenen gleichzeitig auf eine energie fokussiert...

beim klang verwundert mich halt, dass beim obertonsingen (welches ich in den galdor miteinbeziehe) eindeutig eine total klare ordnung herrscht mit der reihenfolge der vokale.
und, aber das ist bereits subjektiv, die vokale sind auch der aufsteigenden obertonreihe nach im körper angesiedelt, wie chakren quasi, U-O-A-E-I von unten nach oben.
und auch die farben die bei mir zu den vokalen gehören, sind mir recht klar. (sie decken sich z t mit bardons zuordnungen, aber nicht alles)
das ist dann manchmal verwirrend mit den vokalen der runen zusammen, weil sich das manchmal widerspricht, die farbe des vokals und die botschaft der rune, und ich bin mir halt nicht sicher, ob es sich widerspricht, weil ich was anderes brauche für mich persönlich, oder ob es sich widerspricht, weil ich es nicht versteh : D

habe stephen mace’s „dem himmel das feuer stehlen“ auch schon gelesen, und würde eigentlich gerne auch mal selber bissi rumversuchen. frage mich halt einfach, ob ich nicht besser zuerst mal ein, zwei etabliertere systeme in musse studieren soll...

...ich hab mal gehört, dass die chakren je nach ebene in welcher man ist andere farben haben; also diejenige zurordnung die man so kennt, die regenbogenfarbige, sei nur auf der körperebene so, auf der astralen und mentalen ebene seine die farben der chakren anders...
kann ich selber schwer nachprüfen bis anhin, da nicht wirklich hellsichtig, mehr hellfühlig, und magisch erst anfängerin, aber die idee ist allemal interessant, find ich...
khezef hat geschrieben: Bei Sigillen handelt es sich oft um Foki, welche als Anker bzw. Kanalisierungshilfe dienen. Sind es ältere, viel genutzte Symbole, so gibt es die Theorie, das denen so etwas wie ein Eigenleben innewohnt, wie es etwa bei Runen der Fall wäre.
nach dieser anschauung sind die zeichen also durch menschliches füttern zu dem geworden, was sie sind. es scheint mir auch recht logisch, dass man ein-, ausfallstore bauen kann in andere dimensionen durch wiederholung.
die frage bleibt mir halt: gibt es tore, die eh schon sind? sch��pfungsimmanent, sozusagen, oder von der anderen seite her gebaut...

du schreibst von „eigenleben“... bei meiner runenarbeit habe ich ab und zu das gefühl, dass innerhalb der rune wesen auf mich zukommen; diese wesen sind aber nicht die rune, sie benutzen den archetypischen raum den die rune öffnet nur um vorbei zu kommen.
die runen selber spüre ich eigentlich nie „handeln“. habe schon erlebt, dass runenkraft sich verselbstständigt hat, aber mehr im sinne einer von mir grad nicht mehr kontrollierbaren urkraft, nicht als "planendes" wesen...
mit engel/dämonensigillen hab ich praktisch nix gemacht bis anhin. ist denn deiner erfahrung nach so ein zeichen nur ein durchgang zu/für EIN wesen, oder ist das auch ein ganzer „bereich“, den man da dann begrüsst? und, wenn ich schon am frageln bin, findest du für jemanden mit wenig erfahrung die dämonen/engelarbeit heikler als die runenarbeit?

lieben gruss

kona
Benutzeravatar
khezef
Moderator
Moderator
Beiträge: 2817
Registriert: 24. Jul 2011 16:29
Wohnort: Aus Gold mach Stahl!

Re: zeichen, sigillen, geometrie

Beitrag von khezef »

ja, galdor ist cool, wird bei mir erst langsam lebendiger und ist sehr aussagekräftig als methode, so mein eindruck. nimmst du das sog runenyoga dazu, oder hast du den klang/den galdor ganz von der form/den hand- und körperstellungen gelöst inzwischen?
Ich wende beide Methoden an, wobei ich eine Kombi aus Bewegung und Gesang intensiver erlebe, wohl weil die Körperstellung die Visualisierung vereinfacht.

Ich fürchte ich kann an deiner Überlegung zu den Obertonreihen nicht teilhaben. Ich bin kein ausgebildeter Sänger oder gehe großartig auf musikalische Details ein, ich arbeite in diesen Fällen meiner Intuition nach. Was aber die Chakren angeht, so solltest du dir bewusst sein, dass es mehr Systeme gibt als nur die 5 oder 7 Chakren entlang der Rückgratlinie, es gibt dutzende verschiedene Chakrensysteme, einige beinhalten dabei so viele Chakren, dass man sich schwarz zählen kann...
du schreibst von „eigenleben“... bei meiner runenarbeit habe ich ab und zu das gefühl, dass innerhalb der rune wesen auf mich zukommen; diese wesen sind aber nicht die rune, sie benutzen den archetypischen raum den die rune öffnet nur um vorbei zu kommen
Hmm, mein Verständnis der Runenanwendung stellt sich modellartig folgendermaßen dar:
Wenn eine Rune gewirkt wird, ob nun gesungen, getanzt, geschrieben, etc. und man sie freisetzt, so wird sie in das Wyrd selbst gebrannt und nimmt Einfluss auf die Fäden.
mit engel/dämonensigillen hab ich praktisch nix gemacht bis anhin. ist denn deiner erfahrung nach so ein zeichen nur ein durchgang zu/für EIN wesen, oder ist das auch ein ganzer „bereich“, den man da dann begrüsst? und, wenn ich schon am frageln bin, findest du für jemanden mit wenig erfahrung die dämonen/engelarbeit heikler als die runenarbeit?


Ich kann nicht sagen, ob es Wege gibt, die schwerer oder einfacher sind. Praxis ist ein sehr individueller Angang, ein sehr fähiger Runar kann an der Hermetik beispielsweise vollkommen scheitern und ein eingefleischter Hermetiker ebenso umgekehrt an den Runen. Wenn man mit Runen arbeitet, gilt es auch sich mit Herkunft, Geschichte und dergleichen zu befassen (sofern es uns halt bekannt ist...) und nicht nur munter darauf los zu malen und zu singen.

Gleiches gilt, wenn du mit dem Geflügel arbeiten möchtest.

Jeder Weg hat seine Tücken und Schwierigkeiten, ebenso wie wir alle etwas anders gepolt sind, tut man sich hier leichter und da schwerer. Ich kann nur empfehlen, dass du dir ein solides Grundrüstzeug anlegst, sprich ein gewisses Maß an Selbstdisziplin erwirbst, deine Wahrnehmung und Gedankengänge schärfst, dich mit den Grundlagen von Ritualbau und all dem anderen Kram befasst. Empfehlungen für Anfänger haben wir in unserem entsprechenden Subforum zuhauf, du solltest dort also durchaus fündig werden.

Buchtipps gibt es in der Büchertrödelecke, aber ich denke, dass wenn du nach weiteren Literaturtipps zuer Vertiefung suchst sich bei den Mitgliedern wohl noch der eine oder andere Tipp finden wird.

Erwerben musst du es nur selbst, auf dem Silbertablett wird nichts serviert und Mühe muss eben auch reinfließen, aber das weißt du vermutlich bereits.

Bei weiteren Fragen halt dich nicht zurück! ;)

Khezef
kona
Beiträge: 173
Registriert: 26. Sep 2013 22:53

Re: zeichen, sigillen, geometrie

Beitrag von kona »

retsnoM hat geschrieben:
kona hat geschrieben: 1. worauf gründet deine meinung?
Erfahrung und das stellen der Frage "wie kommt es zu dieser Bedeutung".
kona hat geschrieben: 2. das zuschreiben, aufgrund von was erfolgt dies dann?
Erziehung, Bildung, Erfahrungen, Konventionen ...
kona hat geschrieben: 3. wie arbeitet man mit chaos?
Ich meint damit, dass man nicht mit einem fertigen System arbeitet, das seine festen Regeln und eine feste Symantik hat. Vielmehr werden Assoziationen, Bedeutungen von Symbolen, Vorgehensweisen jedes mal von Grund auf komplett neu hergeleitet, ohne dabei auf einen Satz von gelernten Regeln zurückzugreifen.
Zugegeben, dies würde einen immensen Aufwand bedeuten und ob dies überhaupt praktisch möglich ist sei mal so dahingestellt. Schließlich muss man ja irgendwann mal auf einem Boden Fuß fassen können, um mit den Herleitungen zu beginnen.
Aber man kann ja seine Praktiken nur zu einem bestimmten Grad chaotisch halten.


Ich hoffe das war halbwegs verständlich. Worte mögen mich heute morgen nicht so ...

dochdoch, ich glaub ich konnt dir folgen : )

ja, die eigene welt jederzeit neu zu erfinden scheint mir auch eher schwierig. :lol:
ich mag aber die idee, dass man das system unfertig sein lässt.
und dass man die herkunft der bedeutung die man gibt hinterfragt.

ich denke aber, es gibt symbole die bei den meisten menschen sehr ähnliche assoziationen auslösen. pfeil nach oben heisst wohl selten "müde" bei jemandem z b...
das interessiert mich halt zur zeit, das ganz ursprüngliche, archaische.

kona

p.s.: bin heute in einem buchantiquariat gelandet, an welchem ich sicher schon zehn jahre vorbeigegangen bin, und fand da ein buch von starhawk, "wilde kräfte; sex und magie für eine erfüllte welt". ein spannendes buch, in welchem die autorin die geltenden mass-stäbe hinterfragt. gut geschrieben. ich zitier ein paar takte:
"funktionierende magie ist in sich selbst eine sprache, eine sprache von handlung, von bildern, von dingen statt von abstraktem. diese dinge werden nicht als objekte betrachtet, sondern als manifestation des bewusstseins. magie spricht die tiefen teile unseres selbst an, die geformt worden sind, bevor wir abstraktionen kannten."
da, irgendwo da zieht es mich hin...
kona
Beiträge: 173
Registriert: 26. Sep 2013 22:53

Re: zeichen, sigillen, geometrie

Beitrag von kona »

khezef hat geschrieben: Ich fürchte ich kann an deiner Überlegung zu den Obertonreihen nicht teilhaben. Ich bin kein ausgebildeter Sänger oder gehe großartig auf musikalische Details ein, ich arbeite in diesen Fällen meiner Intuition nach. Was aber die Chakren angeht, so solltest du dir bewusst sein, dass es mehr Systeme gibt als nur die 5 oder 7 Chakren entlang der Rückgratlinie, es gibt dutzende verschiedene Chakrensysteme, einige beinhalten dabei so viele Chakren, dass man sich schwarz zählen kann...
ja, das hab ich auch schon gehört. wenn chakren energiewirbel sind, kann ich das auch gut nachvollziehen mit den unzähligen... so fühlt sich ein körper, überhaupt alles, ja auch an.
mir ist beim obertonsingen einfach die mittelachse besonders aufgefallen, aber vielleicht war dies auch eine erwartungshaltung von mir ...

bin sängerin, drum auch autodidaktin mit dem obertongesang. die intuition führen zu lassen beim runenrufensingenkrächzenröchelnlachenwhatever macht mir aber auch total spass : )
rhythmus spielt auch eine grosse rolle dabei, und tempo sowohl der sprache als auch der bewegung... es gibt schon einen mega kick, wenn ich die rune (für diesen moment zumindest), genau richtig darstelle.
bin echt angefressen davon...
khezef hat geschrieben:
du schreibst von „eigenleben“... bei meiner runenarbeit habe ich ab und zu das gefühl, dass innerhalb der rune wesen auf mich zukommen; diese wesen sind aber nicht die rune, sie benutzen den archetypischen raum den die rune öffnet nur um vorbei zu kommen
Hmm, mein Verständnis der Runenanwendung stellt sich modellartig folgendermaßen dar:
Wenn eine Rune gewirkt wird, ob nun gesungen, getanzt, geschrieben, etc. und man sie freisetzt, so wird sie in das Wyrd selbst gebrannt und nimmt Einfluss auf die Fäden.
das kann ich so nachvollziehen. bin selber halt weniger am gezielt runenkraft freisetzen, da ich die runen zuerst noch besser kennen möchte. habe im frühling letztes jahr ein wenig mit einer art runensigillen gearbeitet und das hat auch fein geklappt. aber ich würd halt schon gern genauer wissen, mit WAS ich da eigentlich ins universum schreib, bevor ich es verwende...
zur zeit baue ich mir meist eine „runenhalle“, in welcher ich dann die runen in einem kreis um mich ziehe und mich der gewünschten rune dann zuwende; auf diese art erhält die rune ein eingangstor, durch welches ich sie einlade in die „runenhalle“ mittels galdor und runenyoga etc, und dann mit der porenatmung in meinen körper einatme (ist so ein wenig von thorsson und nigel pennick zusammengeschustert, diese art kontaktaufnahme). das fühlt sich für mich kinästhetische recht gut an so, so „örtlich“...
die energie geb ich nachher einfach wieder frei, sende sie nicht gezielt...
khezef hat geschrieben: Ich kann nicht sagen, ob es Wege gibt, die schwerer oder einfacher sind. Praxis ist ein sehr individueller Angang, ein sehr fähiger Runar kann an der Hermetik beispielsweise vollkommen scheitern und ein eingefleischter Hermetiker ebenso umgekehrt an den Runen. Wenn man mit Runen arbeitet, gilt es auch sich mit Herkunft, Geschichte und dergleichen zu befassen (sofern es uns halt bekannt ist...) und nicht nur munter darauf los zu malen und zu singen.
eigentlich such ich was mit echtem frauenpower. aus europa :chaos:
ist bei den nordischen auch schon etwas angeknackst, oder zumindest, was davon überliefert ist. und von freya ist ja noch dazu, so viel ich weiss, sehr viel wissen verloren gegangen.
zur zeit steh ich total auf fette fruchtbarkeitsfigürchen aus der steinzeit, und auf so uralte steinritzzeichungen und so, mit kreisen spiralen und ein paar strichen... die sprechen mit mir...
...hab für mich ein paar den nordischen sagen umgeschrieben, v a die um odin, und bei allen göttern, menschen, zwergen, riesen und tieren die vorkommen das geschlecht gewechselt, also odin als frau, gunnlöd als mann etc... (nur die nornen hab ich weiblich behalten ich ego, hehe...).
abgesehen davon, dass so ein paar interessante neue figuren entstanden sind, hab ich mich dabei auch etwas vertieft damit auseinander gesetzt, WAS die handelnden da so tun in den geschichten, was ihre namen so alles bedeuten, und welche kraft die von mir neu erfundenen namen für mich haben.
macht total spass, und ich lern gleichzeitig die nordische mythologie kennen : )
khezef hat geschrieben: Gleiches gilt, wenn du mit dem Geflügel arbeiten möchtest.
das geflügel, ja... wie stark beziehst du dich bei geflügeltenarbeit auf den lebensbaum , die kabbalah und das alles?
khezef hat geschrieben: Jeder Weg hat seine Tücken und Schwierigkeiten, ebenso wie wir alle etwas anders gepolt sind, tut man sich hier leichter und da schwerer. Ich kann nur empfehlen, dass du dir ein solides Grundrüstzeug anlegst, sprich ein gewisses Maß an Selbstdisziplin erwirbst, deine Wahrnehmung und Gedankengänge schärfst, dich mit den Grundlagen von Ritualbau und all dem anderen Kram befasst. Empfehlungen für Anfänger haben wir in unserem entsprechenden Subforum zuhauf, du solltest dort also durchaus fündig werden.
disziplin ist mein zweiter vorname :lol:
ansonsten schule ich mich nach bardons anleitung, mit ab und zu mal einer variante woanders her eingestreut, und bin recht zufrieden mit den langsamen aber stetigen fortschritten, die ich an mir selber wahrnehme, oder von mir aus wahrzunehmen glaube...
khezef hat geschrieben: Erwerben musst du es nur selbst, auf dem Silbertablett wird nichts serviert und Mühe muss eben auch reinfließen, aber das weißt du vermutlich bereits.
ich nehm s auch aus dem pappkarton.
khezef hat geschrieben: Bei weiteren Fragen halt dich nicht zurück! ;)

Khezef
danke : )
kona
Beiträge: 173
Registriert: 26. Sep 2013 22:53

Re: zeichen, sigillen, geometrie

Beitrag von kona »

...oh, ich hab noch eine schöne anfängerfrage: was ist der unterschied zwischen einer rune und einem engel?
Benutzeravatar
Alveradis
Co-Admin
Co-Admin
Beiträge: 4340
Registriert: 16. Apr 2008 16:23
Religionszugehörigkeit: alveradisch...

Re: zeichen, sigillen, geometrie

Beitrag von Alveradis »

kona hat geschrieben:...oh, ich hab noch eine schöne anfängerfrage: was ist der unterschied zwischen einer rune und einem engel?
o.O
- Harmony, like a following breeze // at sea, is the exception." (Harvey Oxenhorn, Turning the rig)
- Der beste Ort, das Kriegsbeil zu begraben ist in deinem Gegner!"

PS: Suchfunktion!
kona
Beiträge: 173
Registriert: 26. Sep 2013 22:53

Re: zeichen, sigillen, geometrie

Beitrag von kona »

Alveradis hat geschrieben:
kona hat geschrieben:...oh, ich hab noch eine schöne anfängerfrage: was ist der unterschied zwischen einer rune und einem engel?
o.O
sagt mit nichts. soll ich das in die suchfunktion eingeben?
Benutzeravatar
khezef
Moderator
Moderator
Beiträge: 2817
Registriert: 24. Jul 2011 16:29
Wohnort: Aus Gold mach Stahl!

Re: zeichen, sigillen, geometrie

Beitrag von khezef »

kona hat geschrieben:
Alveradis hat geschrieben:
kona hat geschrieben:...oh, ich hab noch eine schöne anfängerfrage: was ist der unterschied zwischen einer rune und einem engel?
o.O
sagt mit nichts. soll ich das in die suchfunktion eingeben?
Ich glaube Alveradis ist verwirrt, weil sich diese Frage eigentlich mit einem simplen Blick auf Wiki schon klären lassen würde :lol:
kona hat geschrieben:...oh, ich hab noch eine schöne anfängerfrage: was ist der unterschied zwischen einer rune und einem engel?
Engel (vom griechischen "angelos" für Bote) sind Geistwesen, die ihren Ursprung wahrscheinlich im Zoroastrismus haben. In den semitischen monotheistischen Religionen haben sie gemein, dass sie angeblich von dem einen vorherrschenden Gott erschaffen wurden und ihm dienen, verherrlichen und seinen Glanz zu vermehren haben (zu etwas anderen sind sie ja nicht nütze, wenn man selber allmächtig, allgegenwärtig, allwissend und unfehlbar ist). Beliebte Funktionen, die ihnen zum Beispiel in der Bibel gerne zugeschrieben werden sind natürlich die Botenfunktion, wie der Name schon sagt, Rausschmeißer oder auch Beobachter.

Als Runen im engeren Sinne bezeichnet man heute die alten Schriftzeichen der "Germanen", eine Ansammlung von Stämmen, wobei man hier aber oft die Grenze, was nun ein "germanischer" Stamm ist und was nicht sehr schwer ziehen kann. Der Begriff "Rune" wird auch ab und an gerne einmal zweckentfremdet, entweder in der Fantasyliteratur oder aber in Anwendung auf andere Schriftsysteme (Mir kam in einem Forum auch einmal der Begriff "etruskische Runen" unter, obwohl die Etrusker ausnahmsweise wohl nicht als germanisch zu betiteln sind :lala: ). Runen dienen und dienten verschiedenen Zwecken, Abbildung von Besitzansprüchen, heilige und magische Symbole, Markierungen oder auch nur simple Schriftzeichen für Texte.

Khezef
Benutzeravatar
gabor
Moderator
Moderator
Beiträge: 10151
Registriert: 8. Apr 2009 16:18
Religionszugehörigkeit: Nihilist
Wohnort: Silencium est Aureum!

Re: zeichen, sigillen, geometrie

Beitrag von gabor »

....und gefallene Engel?
Immer bereit!
Woher soll ich wissen, ob die Vergangenheit keine Fiktion ist, die nur erfunden wurde, um den Zwiespalt zwischen meinen augenblicklichen Sinneswahrnehmungen und meiner Geistesverfassung zu erklären?
Benutzeravatar
Alveradis
Co-Admin
Co-Admin
Beiträge: 4340
Registriert: 16. Apr 2008 16:23
Religionszugehörigkeit: alveradisch...

Re: zeichen, sigillen, geometrie

Beitrag von Alveradis »

Das war ein Smilie, der Verwirrung zum Ausdruck bringen soll, siehe hier und hier.
War mir gerade nicht sicher, ob die Frage rhetorisch war. Aber ich habe auch die Diskussion nicht verfolgt.
- Harmony, like a following breeze // at sea, is the exception." (Harvey Oxenhorn, Turning the rig)
- Der beste Ort, das Kriegsbeil zu begraben ist in deinem Gegner!"

PS: Suchfunktion!
kona
Beiträge: 173
Registriert: 26. Sep 2013 22:53

Re: zeichen, sigillen, geometrie

Beitrag von kona »

khezef hat geschrieben: Ich glaube Alveradis ist verwirrt, weil sich diese Frage eigentlich mit einem simplen Blick auf Wiki schon klären lassen würde :lol:
jaaaaaaaanein. die geschichte der beiden zu wissen erklärt mir nicht, warum die einen als wesen gelten, die aber an den einen gott gebunden sind, welche man mittels ihrer namen und ihrer zeichen kontaktiert,
und die andern als zeichen von kräften mit einem eventuellen eigenleben, ohne gott, welche man mittels ihrer namen und ihrer zeichen kontaktiert.

wo/wann/wie fängt ein wesen (auch ich) an, ein eigenes zu sein, nicht "nur" ein energiefeld?

...man sagt, engel haben nicht die möglichkeit der wahl. haben sie einen willen?
haben runen einen willen?

gut möglich, dass ich mich hier verrene in was (ich kann das recht gut >:-> ), aber verstehen tu ichs halt wirklich nicht.

spürender weise würde ich persönlich sagen, es gibt einfach kräfte mit mehr und kräfte mit weniger eigenen handlungsbedürfnis. das hat dann aber mit irgendwelchen kulturen gar nichts mehr zu tun.
und da komm ich dann wieder zu meinem eigentlichen thema, nämlich ob es nicht formationen gibt, die schöpfungsimmanent eine "fixe" (also innerhalb der schöpfung, was ausserhalb, auch ausserhalb des "jenseits" ist kann ich mit ja nicht vorstellen) art zu sein haben...
kona
Beiträge: 173
Registriert: 26. Sep 2013 22:53

Re: zeichen, sigillen, geometrie

Beitrag von kona »

gabor hat geschrieben:....und gefallene Engel?
Immer bereit!
ich hab die geschichte gehört, dass gott in seinem ain soph eben nicht wahrnehmbar war,
und dass luzifer in den himmlischen sphären sagte, er sei gott,
und dass dann ein drittel der engel ihm das glaubten und ihn anbeteten,
und dass es dann luzifer von der kraft der anbetung, die nur gott allein erträgt weil er eben nicht so existiert wie alles andere, wie eine überhitzte glühbirne verjagt hat, und voilà das desaster...

interessant als innerlicher prozess bei sich selber zu beobachten, find ich...

...von dem her interessant, dass wenn man sich selbst zu gott macht, die gefahr recht gross scheint "an sich selber überhitzen".

vielleicht kann jemand, der nie was von exoterischem monotheismus und theosophischem erleuchtungsstreben gehört hat (oder sich wirklich innerlich sehr davon emanzipiert hat), so was gefahrlos tun, selber gott sein. aber ich denk halt, bei menschen unseres kulturkreises ist der gottplatz von etwas besetzt, das man besser nicht sein sollt, aus charaktergründen...

Zurück zu „Magie-Einsteiger“