Das Magische Tagebuch (inkl. Einblick)

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Shaddai
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Das Magische Tagebuch (inkl. Einblick)

Beitrag von Shaddai »

Auch wenn die Arbeit vielleicht nicht in den Anfängerbereich gehört, dachte ich mir, poste ich mal einen Ausschnitt aus meinem Tagebuch. Neulingen wird ja immer wieder gesagt und eingetrichtert (zurecht!), dass sie ein Magisches Tagebuch zu führen haben. Oft weiß man aber nie so genau, was man nun alles reinschreiben soll/kann und wie das von der Form her aufgebaut sein kann.
Das kann natürlich von Arbeit zu Arbeit, Übung zu Ritual, Meditation zu Reise völlig unterschiedlich aussehen. Ich dachte mir ich geb einfach mal ein Beispiel, wie so etwas aussehen kann(! nicht muss). Vielleicht mag ja noch jemand anderes ein kleines Beispiel geben, wie es bei sich aussieht. Dabei geht es weniger um den Inhalt (auch wenn der natürlich auch diskutiert werden kann und auch anregen soll), sondern vor allem um die Form. Da kann man sich vielleicht ja mal auch etwas bei anderen abgucken. ;)

Weil ich hier auf Anhieb noch keinen Thread zum Thema Magisches Tagebuch gefunden habe, vielleicht eine kurze Anmerkung von meiner Seite.

Grundsätzlich wird immer empfohlen zwei Formen von Tagebüchern zu führen. Ein Magisches Tagebuch (oder Buch der Schatten) und parallel hierzu ein Traumtagebuch.
William G. Gray empfiehlt die Verwendung von drei Magischen Tagebüchern: eins für kurze tägliche Notizen, eins für längere (bspw. monatliche) Eintragungen und größere Arbeiten/Rituale und ein übergeordnetes für besondere Themen oder jährliche Rekapitulationen. So unterteilt mache ich es zwar nicht, habe aber zu meinem täglichen Tagebuch auch immer 2-3 Bücher für spezielle Inhalte herumfliegen, wo ich detaillierter auf bestimmte Dinge eingehe.
Das Magische Tagebuch ist eins der wichtigsten Werkzeuge in der Magie. Auch wenn es anfänglich manchmal mühsam erscheint, ist es die einzige Möglichkeit, langfristig die eigene Entwicklung und die Auswirkung von Übungen oder Ritualen nachzuhalten, zu überprüfen und vor allem die eigene Vorgehensweise zu rekapitulieren.
Es ist dabei nicht notwendig, dass immer ganze Romane geschrieben werden. Es reicht im Grunde vollkommen aus, wenn man sich das Datum und vielleicht noch die Uhrzeit notiert (Ergebnisse können zu verschiedenen Tageszeiten ganz anders ausfallen). Darauf beschreibt man die Übung einmal komplett im Detail mit anschließenden Bemerkungen, was einem aufgefallen ist, was einen gestört hat oder allgemein Dinge, die Einfluss nehmen konnten (wenn man bspw. krank ist, gestresst, oder auch frisch verliebt, müde, etc.).
Wenn man die Übung oder das Ritual erneut ausführt, reicht ein kurzer Verweis darauf, dass man nicht erneut alles im Detail beschreiben muss. Erleichtert ungemein die Arbeit.
Mit der Zeit macht das Führen dieses Tagebuchs sogar richtig spaß, vor allem, wenn man schon längere Zeit ein solches führt und dann mal zwischendurch zum Anfang zurück blättert und sich durchliest, was man teilweise für einen Schwachsinn gedacht oder verzapft hat (und das könnt ihr mir jetzt glauben oder nicht, das ist einfach immer so ;) ; Entwicklung endet eben nie und gerade in den ersten Jahren ändert sich hier garantiert immer irgendetwas Grundlegendes, worüber man im Nachhinein nur noch lachen kann).
Als Tagebuch bietet es sich eigentlich immer an, dies (old school) schriftlich zu tun, falls mal die Festplatte streikt, aber natürlich kann man es auch auf dem PC abtippen, ausdrucken, einheften, Sicherheitskopien anliegen, etc. Den Möglichkeiten sind hier keine Grenzen gesetzt.

Hier nun ein Beispiel meiner gestrigen (bzw. eigentlich heutigen Arbeit), wie so etwas aussehen kann. Natürlich können hier je nach Anliegen, persönlicher Wichtigkeit bestimmter Informationen oder persönlichen Wünschen bestimmte Punkte mit eingefügt werden oder ausgelassen werden.

Dieses Beispiel ist ein Beispiel für einen Tagebucheintrag und NICHT für den Aufbau bzw. die Beschreibung eines Rituals!

Sonntag 23.06.2014, Beginn 1:10 Uhr – Sol in Cancer, Luna et Venus in Taurus

Evokation von Dantalion

Ziel: …(muss ja nicht jeder wissen ^^)
Bemerkung: Arbeit mit dem Glaubenssatz von Poke Runyon, dass goetische Operationen nur im lunaren Bereich durchgeführt werden können.
Tempel: wie üblich, Sandelholzräucherung

IAO-Formel

OMNIL-Formel

Rezitation: I am the flame, that burns in every heart of men...

Kleines Bannendes Pentagrammritual
Invokation nicht vollständig gelungen. Atmosphäre dennoch geklärt.

Kleines Anrufendes Hexagrammritual des Mondes

Großes Anrufendes Hexagrammritual des Mondes
Im Vergleich zu 21.06.2014 das Gefühl von Leichtigkeit, Raum mit Mondenergie imprägniert, das Gefühl einer verträumten Atmosphäre.

Liber Samekh
Grundsätzlich erfolgreich ausgeführt, jedoch Schwierigkeiten beim Erhalt des Bewusstseinszustands. Schweife ab (Mond?).

Anrufung nach dem Clavis Inferni / Evokation
Auch hierbei das Gefühl, nicht vollständig bei mir zu sein. Aufrechterhalten der Autorität schwierig. Nach Beendigung der Anrufung zunächst keine Erscheinung. Etwas umringt den Kreis, eine Art Wirbel. Flügelschlagen und Windrauschen ist zu hören. Kein Kontakt.
Erneute Anrufung, Konzentration auf Rauch der Räucherung. Rauch beginnt etwas oberhalb der Räucherschale immer wieder eine Art Kugel zu bilden.
Anliegen vorgetragen. Kaum Kommunikation. Kein konkreter Pakt zustande gekommen. D. wünscht Opfer entsprechend Mitteilung des kommenden Traumes. Abgelehnt da Pakt nicht einspitzig. Pakt vereinbart, dass wenn Opfer angemessen erscheint, ab nächsten Tag Siegel bei mir getragen wird. Wenn nicht anerkannt, verwendetes Siegel verbrannt wird.

Verabschiedung gem. Clavis Inferni
D. nicht mehr wahrnehmbar.

Großes Bannendes Hexagrammritual des Mondes
Verschwinden des verträumten Gefühls, gleichzeitig direkte Rückkehr ins Alltagsbewusstsein.

Kleines Bannendes Hexagrammritual des Mondes

Kleines Bannendes Hexagrammritual

IAO-Formel

OMNIL-Formel

Ende der Arbeit: 03:40 Uhr

Intensität der Arbeit in keinem Vergleich zur Evokation von Buer am 21.06.2014. Evtl. dadurch (zu hohe) Erwartungshaltung.

Nachbearbeitung nach Traum
Traum machte deutlich, dass Ziel auf diese Weise nicht erreicht werden kann. Siegel verbrannt.
Die Beschränkung nach Runyon kann ich nicht nachvollziehen, ging bisher auch anders ohne Weiteres. Keine Verbesserung festgestellt, im Gegenteil. Ich denke derzeit, dass die Mondenergien in diesem Falle eher abträglich waren.
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Thefalus
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Re: Das Magische Tagebuch (inkl. Einblick)

Beitrag von Thefalus »

Shaddai hat geschrieben:Die Beschränkung nach Runyon kann ich nicht nachvollziehen, ging bisher auch anders ohne Weiteres. Keine Verbesserung festgestellt, im Gegenteil. Ich denke derzeit, dass die Mondenergien in diesem Falle eher abträglich waren.
Ich hielt das nie für eine Beschränkung, nur eine Auslegung. Runyon vermutet die Goetischen Genii im "Kollektiv-Unbewussten" und er suchte einen praktischen Weg mit diesem zu kommunizieren. Für ihn ist das Urbild für die Konstellation Mensch:Kollektiv-Unbewusstes die Konstellation Erde:Mond. Auf den Etz Chaim übertragen wäre das dann Malkuth:Yesod (weil Yesod am nächsten an Malkuth steht). Also Erde/Malkuth:Mond/Yesod. Mond/Yesod ist, anders ausgedrückt, die "lunare Sphäre von Yesod". Und da Runyon immer mit Spiegeln arbeitet, passt das für ihn nochmal besser. Denn er begreift den Mond als Spiegel. Ein lunarer Spiegel also, der ihm Zugang zu den Erinnerungen des "Kollektiv Unbewußten" gewährt.
Es gibt tausend Gründe diesen Angang zu verwerfen. Zu kompliziert, zu sehr "Poke". Man mag vielleicht die Modelle des "Kollektiv Unbewußten" nicht und weiß auch nicht was die Goetischen Daemonen dort sollen. Oder man mag den Etz Chaim nicht, arbeitet nicht mit Spiegeln und mag es nicht, mit Dolchen nach Dämonen zu stossen.

Auf jeden Fall Danke für kurzen den Einblick in dein Grimoire! >:->

Thefalus
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Per Lubidinem Ad Profundum

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