Kleines Vampirlexikon O-Z

Alles rund um Vampirismus und Lycanthropie

Moderatoren: Tyger, sina

Antworten
Benutzeravatar
V@µpy
Moderatorin
Moderatorin
Beiträge: 1473
Registriert: 21. Mär 2005 13:19
Wohnort: Stelle niemals eine Frage, wenn du die Antwort nicht hören möchtest
Kontaktdaten:

Kleines Vampirlexikon O-Z

Beitrag von V@µpy »

Obayifo
Vampir beim Stammesvolk der Aschanti in Westafrika (Goldküste). Die obayifo können fliegen und verlassen nachts ihren menschlichen Körper, um Kindern das Blut auszusaugen, worauf diese eines langsamen, qualvollen Todes sterben müssen. Sie saugen auch Pflanzen den Saft aush und vernichten dadurch ganze Ernten. Der Name leitet sich vom Aschanti-Wort bayi (Zauberei) ab.





Öl
Geweihtes Öl, wie es in der römisch-katholischen Kirche bei der Spendung von Sakramenten und der Pristerweihe verwendet wird, galt als wirksame Waffe im Kampf gegen Untote. Manchen Berichten zufolge salbten Prister den Dolch oder Pfahl, mit dem ein Vampir vernichtet werden sollte, zuvor mit dem geweihtem Öl. Viele Vampirjäger zogen allerdings Weihwasser vor, weil es leichter zu beschaffen war. In Griechenland goß man siedendes Öl über die exhuminierte Leiche eines Wiedergängers oder über sein Grab. Damit war die Erde gewissermassen gegen alles Böse "versiegelt".





Oni
In dem an monströsen Kreaturen reichen Pandämonium des alten Japan ein besonders gefürchtetes, extrm verwandlungsfähiges vampirisches Wesen, das Menschen überfällt, um ihen das Blut auszusaugen oder sie ganz zu verschlingen. Zwar wird auch von männlichen oni berichtet, doch weitaus häufiger machen sich diese in der Gestalt einer schönen Frau an junge Männer heran. ERst im letzten Augenblick zeigen sie dann ihre wahre Natur und verwandeln sich in Scheusale mit langem Strubbelhaar und blutroter Fratze.
Gruß
V@µpy
Benutzeravatar
V@µpy
Moderatorin
Moderatorin
Beiträge: 1473
Registriert: 21. Mär 2005 13:19
Wohnort: Stelle niemals eine Frage, wenn du die Antwort nicht hören möchtest
Kontaktdaten:

Re: Kleines Vampirlexikon O-Z

Beitrag von V@µpy »

Penanggalan
Malaysischer Vampir, stets weiblich und überaus gräßlich anzusehen. Sie besteht nur aus einem Kopf, ab dem, in der Dunkelheit phosphorizierend, Eingeweide baumeln. Die penanggalan fliegt nachts herum auf der Suche nach Opfern, denen sie Blut aussaugen kann. Sie hat es besonders auf kleine Kinder und gebärende Frauen abgesehen, aber auch Männer sind vor ihren Nachstellungen nicht sicher. Nach der Legende ist die penanggalan der Geist einer im Kindbett Verstorbenen, einer anderen Version zufolge derjenige einer Frau, die von einem Mann bei einer rituellen Bussübung überrascht wurde, worauf sie sich den Kopf von den Schultern und die Eingeweide aus dem Leib riss und davonflog. Das von der penanggalan herabtropfende Blut soll schlimme Wunden verursachen. Zum Schutz der Gebärenden wurden die Hauswände mit dornigen Zweigen versehen, damit die Unholdin sich darin verfing, bis der Morgen graute und sie ihre Macht verlor.





Pfählen
Hölzerne Phähle oder Pflöcke, vor allem aus Esche, Espe, Wacholder, Kreuz-, Weiß- oder Schwarzdorn. Sie galten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa als die Wunderwaffe gegen Vampire. Ein Pfahl, mit dem spitzen Ende zur Leiche im Sarg angebracht oder in den Grabhügel gerammt, sollte dem Entstehen eines Vampirs vorbeugen oder ihn daran hindern, das Grab zu verlassen. In manchen Regionen gebrauchte man zu diesem Zweck auch Dornenzweige oder schlug lange Nägel in den Kopf oder in die Brust des Toten. Die am häufigsten praktizierte Methode aber war das Pfählen, manchmal in Verbindung mit Enthauptung und Verbrennung. Dabei wurde dem verdächtigen Leichnam mit dem Hammer ein zugespitzer Pfahl ins Herz getrieben. In Russland galt die Regel, dass dies mit einem einzigen Schlag bewerkstelligt werden muss.





Polong
Malayischer "Flaschenvampir", der von böswilligen Menschen benutzt wird, um Krankheit und Tod zu bringen. Dazu füllen sie, bestimmte Beschwörungsformeln reztierend, eine Flasche mit dem Blut eines Ermordeten. Wenig später beginnt es in der Flasche zu zirpen, worauf der Herr des polong sich in den Finger schneidet, diesen durch den Flaschenhals steckt und seine Kreatur daran saugen läßt, bis sie stark genug ist, um auf die Leute losgelassen zu werden. Der polong hat einen Kollegen, den pelesit, der ihm bei seinen Untaten behilflich ist, indem er in das anvisierte Opfer eindringt und es wahnsinnig macht. Dass jemand durch eine polong ermordet wurde, erkennt man an dem vielen Blut, das aus dem Mund des Toten quilt. Einen polong unschädlich zu machen ist schwierig, da man dazu den Namen seines Herrn in Erfahrung bringen muss. Gelingt dies, kann das kaum fingergroße, aber äußerst aggressive Wesen wieder in die Flasche gebannt oder vernichtet werden.





Pontianak
Totgeborenes Kind eins weiblichen Vampirs in Malaysia, der langsuir. Wenn es sich nicht in einen Blutsauger verwandeln soll, muss es unter speziellen Vorsichtsmassnahmen begraben werden: Man legt ihm je ein Hühnerei in die Achselhöhlen, durchbohrt die Handflächen mit Nadeln und füllt den Mund mit Glasperlen. Eine Beschwörungsformel soll seine Seele zur Ruhe kommen lassen.





Preta
Inische Totengeister, die man sich als winige, traurig aussehende Geschöpfe vorstellt, nämlich unerlöste, daseinshunrige Seelen körperlich deformierter oder totgeborener Kinder. Sie müssen nach der Bestattung ein Jahr lang ruhelos herumirren und dürfen wegen eines von Veruna, der Gottheit des Wassers, über sie ausgesprochenen Bannspruches kein Wasser trinken. Die ländliche Bevölkerung pflegte die preta mit Essen und Trinken zu versorgen, um sie milde zu stimmen und um zu verhindern, dass sie sich in bösartige bhuta verwandelten. Zu diesem Zweck füllt man Milch in Gefäße, die mit kleinen Löchern versehen sind, und hängt sie auf. Die preta, welche die Erde nicht berühren dürfen, können die herabtropfende Flüssigkeit im Flug auffangen.
Gruß
V@µpy
Benutzeravatar
V@µpy
Moderatorin
Moderatorin
Beiträge: 1473
Registriert: 21. Mär 2005 13:19
Wohnort: Stelle niemals eine Frage, wenn du die Antwort nicht hören möchtest
Kontaktdaten:

Re: Kleines Vampirlexikon O-Z

Beitrag von V@µpy »

Quinn, Seabury
Amerikanischer Schriftsteller (1889-1969), der zwischen 1923 und 1952 gegen 150 Beiträge für die Zeitschrift Weird Tales schrieb, darunter zahlreiche Werwolf- und Vampirgeschichten.



Rakshasa
Bezeichnung für gefürchtete indische Dämonen, die angeblich in der Nähe von Verbrennungs- und Begräbnisplätzen oder auf Bäumen hausen, Menschenfleisch verzehren, Seuchen verursachen und, in ihrer weiblichen Form, besonders Schwangeren gefährlich werden. Rakshasa sollen aus Menschen entstehen, die sich dazu verleiten ließen, von einem menschlichen Hirn zu essen. Darstellungen zeigen sie als scheußliche Wesen mit Fangzähnen, blauem Hals und blutverklebtem Strubbelhaar.





Ramanga
Eine Art lebender Vampir beim Stamme der Betsileo auf Madagaskar. Als ramanga bezeichnete man Menschen, die außerhalb der Gemeinschaft leben und unreine Arbeit verrichten müßten. Dazu gehörte das Verzehren von abgeschnittenen Finger- und Zehennägeln sowie Blut, das etwa bei einem chirurgischen Eingriff von ranghohen Stammesangehörigen vergossen wurde. War kein ramanga zur Stelle, so wurden Nägel und Blut sorgfältig bis zu seiner Rückkehr aufbewahrt.
Gruß
V@µpy
Benutzeravatar
V@µpy
Moderatorin
Moderatorin
Beiträge: 1473
Registriert: 21. Mär 2005 13:19
Wohnort: Stelle niemals eine Frage, wenn du die Antwort nicht hören möchtest
Kontaktdaten:

Re: Kleines Vampirlexikon O-Z

Beitrag von V@µpy »

Sanguisuga
Lat. "Blutegel" bzw. "Blutsauger". Übersetzung des biblischen Begriffs aluka (Sprüche Salomos 30, 15). Er erscheint im 18. Jahrhundert in diversen Vampirtraktaten.





Satan
Inbegriff des Bösen, nach Meinung zahlreicher Theologen des Mittelalters auch Erschaffer der bösartigen Wiedergänger. Dieses Konzept wurde im 17. und 18. Jahrhundert zumindest teilweise von verschiedenen Vampirsachverständigen übernommen, auch wenn sie sich im übrigen um rationale Erklärungen bemühten.





Shtria
Im 12./13. Jahrhundert bei den in Mitteleuropa lebenden Juden Bezeichnung für eine fliegende, blutsaugende Dämonin in der Art der Lamia. Der Name leitet sich wahrscheinlich von lat. strix (Hexe) ab. Die shtria raubt und tötet auf ihren nächtlichen Beutezügen Kleinkinder. Tagsüber kann sie menschliche Gestalt annehmen. Wird sie von einem Menschen erblickt, muss sie, um ihre Macht nicht zu verlieren, etwas Brot und Salz aus dem Besitz des Betreffenden essen. Als verräterisches Zeichen galt es, wenn bei einer Verstorbenen der Mund offen blieb. Um zu verhindern, dass sie sich in eine shtria verwandle, füllte man ihn mit Erde.





Siebenter Sohn
In Rumänien glaubte man, dass ein Knabe, der als siebenter Sohn einer Familie geboren wurde, sich nach dem Tod in einen Vampir verwandeln werde. Der siebente Sohn eines siebenten Sohnes war bei der Geburt an einem Ringelschwänzchen zu erkennen. Diese Vorstellung steht im Widerspruch zur gällischen und englischen Volkstradition, wnach der siebente Sohn oder auch jedes siebente Kind über besondre Gaben wie Heilkräfte oder das zweite Gesicht verfügt.





Stregone benefico
Italienische Bezeichnung für einen guten Magier oder Schamanen, der den Sterblichen im Kampf gegen bösartige Untote beisteht. Dieser Name war auch in Istrien bekannt.





Strigoi
In Rumänien der echt, d.h. untote Vampir im Gegensatz zum (noch) lebenden moroi. Die Entstehungsursachen sind äußerst vielfälltig und reichen von schicksalshafen Faktoren wie etwa denen, schon im Mutterleib vom Blick eines Vampirs getroffen, als siebenter Sohn oder mit Eihaut geboren zu erden, bis hin zu beser steuerbaren: schlechter Lebenswandel, Selbstmord, Ledigbleiben. Leichname, die im Begriff sind sich in einen strigoi bzw. eine strigoica zu verwandeln, sind an ihrem weitgeöffneten linken Auge zu erkennen. Um diese Verwandlung zu verhindern, wendete man verschiedene Verfahren an: Man stieß den Toten eine Sichel ins Herz, steckte neun Spindeln auf den Grabhügel und achtete vor allem darauf, dass die beim Begräbnis verwendeten Stricke nicht etwa einem Hexenmeister in die Hände fielen. Zu den gängigen Abwehrmitteln gehörte ein spezieller Wein. Von den strigoi hieß es, sie hätten blaue Augen und rotes Haar sowie zwei Herzen.
Gruß
V@µpy
Benutzeravatar
V@µpy
Moderatorin
Moderatorin
Beiträge: 1473
Registriert: 21. Mär 2005 13:19
Wohnort: Stelle niemals eine Frage, wenn du die Antwort nicht hören möchtest
Kontaktdaten:

Re: Kleines Vampirlexikon O-Z

Beitrag von V@µpy »

Talamaur
Ein Art Vampir auf den Banks-Inseln. Die talamaour fügen den Lebenden Schaden zu, indem sie sich Verstorbene gefügig machen. Sie können auch ihre eigene Seele aussenden, um sich die in noch unbestattenen Toten vorhandene Lebensessenz anzueignen, was an kratzenden und raschelnden Geräuschen in der Nähe des Leichnams zu erkennen ist. Wird jemand verdächtigt, ein talamaur zu sein, muss er so lange den Rauch brennender Blätter einatmen, bis er die Namen seiner dienstbaren Geister und potentiellen Opfer preisgibt.





Tierhaut
In einigen Regionen Südslawiens, vor allem bei den Roma, war der Glaube verbreitet, Vampirblut verursache Wahnsinn. Es galt also zu vermeiden, mit solchen Blut in Kontakt zu kommen. Deshalb wurden Gräber, in denen man einen Vampir vermutete, mit einer Tierhaut bedeckt und mit Keilen gespickt, oder man hüllte den Leichnam des Vampirs in eine Tierhaut, damit ja kein Blut auf die Umstehenden spritze, wenn man ihm einen Pfahl durch die Brust trieb.





Totenmünze
Im griechischen Mythos müssen die Verstorbenen auf ihrem Weg in die Unterwelt den Fluss Styx überqueren; Charon, der Fährmann, verlangt für seinen Dienst einen Obolus. Darin wurzelt der Brauch, Toten eine Münze als "Fährgeld" mitzugeben. Nch volkstümlicher Auffassung können böse Geister durch den Mund des Leichnams eindringen und sich seiner bemächtigen, oder der Tote beginnt am Leichentuch oder an seiner Kleidung zu kauen und zieht dadurch seine Angehörigen mit sich. Um dies zu verhindern, muss man ihm Erde, Kieselsteine oder andere Gegenstände wie eine Münze (Zehrpfennig) in den Mund legen. Dieser in Skandinavien und Mitteleuropa verbreitete Brauch geht vielleicht auf die germanische Tradition des "Totenteils" zurück: Der Verstorbene hatte Anrecht auf ein Drittel seines beweglichen Besitzes, der ihm die Weiterexistensz im Totenreich ermöglichen sollte.





Türschwelle
Traditionsgemäß können Vampire ein Haus nur dann betreten, wenn sie von den Bewohnern ausdrücklich dazu aufgefordert werden. Die Bedeutung von Haustür und Schwelle geht vermutlich auf die bereits in den altnordischen Sagen belegten Vorstellung zurück, wonach Verstorbene durch ein Loch in der Wand oder unter der Schwelle hindurch aus dem Haus getragen werden müssen, damit ihnen die Rückkehr verwehrt ist. Im Christentum entwickelte sich später die Auffassung, der Teufel kehre nur dort ein, wo er willkommen sei.
Gruß
V@µpy
Benutzeravatar
V@µpy
Moderatorin
Moderatorin
Beiträge: 1473
Registriert: 21. Mär 2005 13:19
Wohnort: Stelle niemals eine Frage, wenn du die Antwort nicht hören möchtest
Kontaktdaten:

Re: Kleines Vampirlexikon O-Z

Beitrag von V@µpy »

Unverweslichkeit
Laut Quellentexten ein charakteristisches Merkmal der Untoten, deren Körper bis zur endgültigen Vernichtung den natürlichen Prozessen nicht unterworfen sind. Die kirchliche Doktrin unterschied zwei Arten von Unverweslichkeit: zum einen die der Heiligen, zum anderen die der gewöhnlichen Leute. Bei letzteren wurde die Unverweslichkeit auf das Wirken Satans zurückgeführt. Auch exkommunizierte Verstorbene galten als unverweslich und deren Körper als Gefäß und Instrument des Bösen. Seit dem 18. Jahrhundert versuchten Wissenschaftler und Pseudowissenschaftler, das Phänomen zunindest teilweise mit natürlichen Ursachen zu erklären.





Utuku
Sumerisch udug; bei den Babyloniern Beizeichung für einen Dämon oder den Geist eines Verstorbenen, der die Lebenden quält. Er weist ähnliche Merkmale wie der etemmu auf, wird aber als nicht so bösartig geschildert.



Vampirismus
Die Eigenschaft, ein Vampir zu sein, bzw. der Drang, Lebenden das Blut bzw. die physische oder psychische Energie zu entziehen mit dem Ziel, die eigene Existenz über den Tod hinaus zu verlängern. Der Begriff wird nicht nur auf den traditionellen Blutsauger angewendet, sondern auch auf parasitäre Wesen, die ihre Lebens- und Machtgier auf Kosten anderer befriedigen. Sexuell motivierter Vampirismus ist kein ungewöhnliches Phänomen. In der Literatur weniger oft erwähnt und weniger klar definiert, obwohl für die Gesellschaft mit schlimmeren Folgen verbunden, werden die Formen des politischen und sozialen Vampirismus.





Vilen
In der slawischen Volksüberlieferung Luft- oder Waldgeister, die auch als männliche (vilenik), meist aber als weibliche Wesen von schöner Gestalt mit langen blonden Haaren erscheinen. Sie tanzen des Nachts ihre Reigen, sind heilkundig und den Menschen wohlgesinnt, können sich aber auch grausam rächen, wenn man ihnen nicht gehorcht oder sie beim Tanzen stört. Sie stehlen kleine Kinder und lassen an deren Stelle Wechselbälge zurück. In der Slowakei galten die vilen als Seelen jener Bräute, die vor der Hochzeit starben und deshalb im Grab keine Ruhe finden. Wer in den Bannkreis dieser Wiedergängerinnen gerät, wird zu Tode getanzt.





Vîrcolac
Nach rumänischer Überlieferung ein Werwolf, der wie der alganische lugat die Gestirne "auffrisst", d.h. eine Sonnen- oder Mondfinsternis bewirkt, wenn er in tiefen Schlaf verfällt und sein Geist über das Firmament wandert. Er entsteht aus einem ungetauften verstorbenen oder von Gott verfluchten Kind, aber auch dann, wenn man einen Kochlöffel ins Herdfeuer legt oder beim Reinemachen Staub und Schmutz in Richtung der untergehenden Sonne fegt. Spinnt eine Frau um Mitternacht im Dunkeln, kann der vîrcolac auf dem Faden, solange dieser nicht reißt, an jeden beliebigen Ort gelangen.
Gruß
V@µpy
Benutzeravatar
V@µpy
Moderatorin
Moderatorin
Beiträge: 1473
Registriert: 21. Mär 2005 13:19
Wohnort: Stelle niemals eine Frage, wenn du die Antwort nicht hören möchtest
Kontaktdaten:

Re: Kleines Vampirlexikon O-Z

Beitrag von V@µpy »

Wales
Ehemals unabhängiges, im 16. Jahrhundert mit England vereinigtes Fürstentum. In einer walisischen Sage ist von einem höchst merkwürdigen Vampir die Rede. Nämlich von einem bltsaugenden Möbelstück. Ein Geistlicher, der bei einer Bauernfamiie zu besuch war, soll sich auf einen Lehnstuhl gesetzt haben, der ihm Bisswunden an Armen und Beinen beibrachte. Es hieß, der frühere Besitzer des Stuhls habe sich als Wiedergänger diese ungewöhnliche Erscheinungsform ausgesucht, um Sterbliche zu plagen.



Weiße Frau
In zahlreichen deutschen Sagen erwähnte Wiedergängerin, die stets ein langes weißes Gewand trägt. Weiß ist die alte Todes- und Trauerfarbe, und so kündigt das Erscheinen dieser Gestalt - nachts oder zur Mittagsstunde - einen Todesfall oder ein anderes Unglück an. Die Weiße Frau gehört zu jenen Wiedergängerinnen, die im Grab keine Ruhe finden, weil ihnen Unrecht geschah und sie sich dafür rächten; in der Regel wurden sie vom Ehemann oder Liebhaber verlassen und töteten aus Verzweiflung ihre Kinder. Besonders häufig sollen sich Weiße Frauen, meist als schuldbeladene Ahnfrauen des betreffenden Geschlechts, in fürstlichen Schlössern gezeigt haben. Die erste schriftliche Erwähnung einer adligen Unheilsbotin findet sich in einer Chronik aus dem 16. Jahrhunders Darin wird von der Gräfin Agnes von Orlamünde berichtet, die auf der Plassenburg umging.



Wodu
Geheimkult auf Haiti, ein mit Elementen des römisch-katholischen Glaubens durchsetztes Amalgam von ursprünglich aus Westafrika stammenden Ritualen. Die Wodu-Adepten praktiziern verschiedene Formen der Magie udn Nekrmomantie (Totenbeschwörung), in denen Blut eine wichtige Rolle spielt. Die angeblich von ihnen erschaffenen als Werkzeug benutzten Zombies werden von einigen Vampirologen als eine Abart des Vampirs betrachtet.



X.L.
Pseudonym des englischen Schriftstellers Julian Osgood Field (†1928), Autor einer Vampirerzählung mit dem Titel "A kiss of Judas" (1893). Sie erschien erstmals in der Londoner Pall Mall Gazette, 1894 dann in einem Sammelband mit dem Titel Aut Diabolus aug nihil. Die Erzählung handelt von einem Vampirclan, dessen Mitglieder sich "Judaskinder" nennen und dessen Opfer alle das Zeichen XXX am Hals aufweisen. Wer in den Clan aufgenommen werden möchte, muss Selbstmord begehen und einen Pakt mit dem Teufel schließen; dieser verleiht ihm dann eine für die Verführung und Tötung des jeweiligen Opfers geeignete Gestalt.


Yarbro, Chelsea Quinn
Amerikanische Schriftstellerin (†1942), Verfasserin mehrerer Romane mit dem aristokratischen Blutsauger Comte Rokoczy de Saint-Germain als Protagonisten. Saint-Germain, ein uralter, ebenso weiser wie charmanter Vampir, reist kreuz und quer durch die Weltgeschichte und erlebt zahllose Abenteuer, deren Reiz für den Leser nicht zuletzt in Yarbos Liebe zum historischen Detail besteht.



Zitrone
In Deutschland, vor allem in Sachsen, pflegte man Leichnamen, die des "Nachzehrens" verdächtigt wurden, eine Zitrone zwischen die Zähne zu legen. Vielleicht geschah dies in der Meinung, einem Toten, dem man "Saures gebe" würde der Appetit vergehen...





Zmeu
Rümanisches Wort, das einen Drachen oder Ungeheuer bezeichnet. In der Moldau verstand man unter einem zmeu ein vampir- und alpähnliches Gespenst, das des Nachts als züngelnde Flamme in Schlafkammern eindringt und sich in einen Mann verwandelt, um junge Mädchen oder einsame Witwen zu verführen. Der zmeu macht sich aber auch in weiblicher Gestalt an Hirten heran mit dem Versprechen, die Herde zu besonders fetten Weidegründen zu führen, wenn sie ihm zu Willen seien. Wer auf dem Pfad der Tugend bleiben will, kann sich mit einer Mischung aus Knoblauch, Schöllkraut und Kerzenwachs vor der Nachstellung schützen.





Zombie
Ein Wort afrikanischen Ursprungs, das in der Zeit des Sklavenhandels in den karibischen Raum gelangte. Ursprünglich wer es der Name eines Schlangengottes in Westafrika. Im Wodu-Kult bezeichnet es einen Toten, der durch Zauberei wiedererweckt und zum willenlosen Werkzeug eines Magiers gemacht wird. Von den Zombies heißt es, sie seien stumm und benötigten kein Blut, um existieren zu können. Weil sie angeblich Menschenfleisch verzehren, werden sie jedoch von manchen Vampirologen zur Kategorie der Vampire oder Ghule gezählt.
Gruß
V@µpy
derwalter
Beiträge: 3
Registriert: 31. Okt 2013 03:00

Re: Kleines Vampirlexikon O-Z

Beitrag von derwalter »

Gut zu wissen..danke fürdie mühe!
Benutzeravatar
Fischiot
Beiträge: 5
Registriert: 25. Okt 2019 17:06
Religionszugehörigkeit: Konfessionslos
Wohnort: Nicht jeden Müll einfach glauben
Kontaktdaten:

Re: Kleines Vampirlexikon O-Z

Beitrag von Fischiot »

Lamien

Lamien sind weibliche Vampire, die in Griechenland ihre Heimat haben. Prinzipiell sind Lamien Dämonen und deshalb immatrielle Wesen. Lamien können sich jedoch in Materie umwandeln und dann körperlich in Erscheinung treten. Lamien gieren ständig nach Blut.

https://foora.com/f/monster/lamien-mons ... imat-in-gr

Lamien fäng mit L an und kommt vor O, merke ich soeben.

Anmerkung: Vampire aller Ausrichtungen sind heutzutage nicht mehr ganz so brutal, wie ursprünglich. Vampire haben Einrichtungen erschaffen, wie das Rote Kreuz. Dort werden Blutspenden gesammelt. Damit ernähren sich die Vampire der Neuzeit.
Benutzeravatar
gabor
Moderator
Moderator
Beiträge: 10144
Registriert: 8. Apr 2009 16:18
Religionszugehörigkeit: Nihilist
Wohnort: Silencium est Aureum!

Re: Kleines Vampirlexikon O-Z

Beitrag von gabor »

Hut ab vor deiner immensen Auffassungsgabe!!!
L kommt vor O ....erstaunlich!
Hut ab!!! :lol: :lol:
Ach ja, das DRK beliefert keine Vampire im eigentlichen Sinne....das die Konserven an die Bundeswehr verhökert werden, ist aber Fakt!
Immer bereit!
Woher soll ich wissen, ob die Vergangenheit keine Fiktion ist, die nur erfunden wurde, um den Zwiespalt zwischen meinen augenblicklichen Sinneswahrnehmungen und meiner Geistesverfassung zu erklären?