Mi+ hat geschrieben:Den Gedanken an Sicherheit im Weltbild um nicht zweifelnd zu werden, haben die meisten Menschen eher nicht, sie agieren, halt meist so wie sie erzogen wurden, und ihrer Kinder auch erziehen werden.
Das Zweite ergibt sich aus dem Ersteren. Ansonsten gut erkannt. Steckt vielleicht doch auch ein kleiner Zarathustra in dir?
(Nicht ernst gemeint)
Ich hat geschrieben:Genau das meinte Ich mit "Wahrheitsmonopol".
Ah, jetzt verstehe ich. Du setzt also das Dasein eines Wahrheitsmonopols mit der Abwesenheit von (Meinungs-) Freiheit vorraus.
Ich dachte, es ginge dir nur um das "für wahr halten" der (eigenen) Wahrheit.
Ich hat geschrieben:Erläuterung: siehe oben! - Kleine Verdeutlichung noch dazu: ein wirkliches persönliches Zulassen von Betrachtungen aus anderen Blickwinkeln wäre da auch schon hilfreich...
Natürlich wäre es utopisch, wenn man das von der gesamten Menschheit erwarten würde. Leider klappt das ja nicht einmal in relativ kleinen "Gemeinschaften" (entsprechende Größenordnung hierzu in etwa z.B. anhand der Anzahl der hiesigen Forenuser gemessen). Die Bereitschaft dazu ist allgemein zu gering, die (z.T. auch unbewußte) Ignoranz ist dafür umso größer ausgeprägt.
Allerdings gibt es so etwas schon - aber nur in sehr kleinen Rahmen und leider viel zu selten.
Ich habe deine Vorraussetzung schon gesehen - allerdings hast du den Inhalt lediglich impliziert (also Anregung zum Selbsterkennen).
Wenn ich mal davon ausgehe, dass ich das denke was du denkst, dann habe ich den entsprechenden Blickwinkel eingenommen.
Andernfalls ist so etwas ein ziemliches Glücksspiel...
Alles weitere sehe ich absolut genau so. Auf diese Art versuchen die, die Mut zur Veränderung haben, etwas zu bewegen. Das erinnert mich sofort an ein
direkt verwandtes Thema: die Etablierung von Geschlechtlichkeit durch die Routine der Sprache. Der Name Judith Butler sagt vielleicht einigen von euch
etwas. Sie versucht mit ihrer Theorie der Sprachroutine die verhärteten Sprachstrukturen aufzubrechen.
Das funktioniert allerdings nur, wenn die Menschen mitmachen (z.B. Männlichkeit bezeichnet das Allgemeine im herkömmlichen Sinn. Von "Mann" leitet
sich das verallgemeinernde "man" ab. Solche Vergeschlechtlichung durch die Sprache gilt es nach Butler abzuschaffen, um eine wahre Gleichberechtigung
der Geschlechter zu erreichen). Diese (Sprech-) Motive sind allerdings derart fest in unserem Unterbewusstsein verankert, dass man kaum dagegen angehen kann. Als letzte Hoffnung bleibt hier nur die nächste Generation.
Und die nächsten Generationen sind auch unsere Hoffnung auf Veränderung im bezug auf die Koexistenz von Wahrheiten (und somit Freiheit).
Ich hat geschrieben:Ideal wäre eine Art Grundkonsenz, der es ermöglicht, diese ganzen Talente miteinander zu verknüpfen bzw. (sich miteinander darüber) auszutauschen - ergo: gegenseitige Bereicherung!
Ironischerweise ist das der Grundgedanke von Gesellschaft...
Eno hat geschrieben:Viele sind damals nach Amerika gegangen, weil dort Religionsfreiheit herrschte...
Viele der Auswanderer waren hochqualifiziert. Mit "Menschlichem Abfall" hätten sie es dort wohl kaum zur Weltmacht gebracht. Und die meisten Nobelpreisträger stellen die USA auch immer noch.
Vielleicht war mein Kommentar für deinen Geschmack etwas zu hart und zu allgemein gehalten, aber wie erklärst du dir denn den ungebremsten
Aufstieg der Evangelikalen in Amerika? Wie können so hochqualifizierte Menschen nach solchem Schwachsinn streben, wie nach einem
Gottesstaat? Religion
braucht nur der, der es alleine zu nichts zu bringen vermag. Natürlich gibt es unter den Amis auch Ausnahmen, aber
die Meisten von ihnen sind vor Gottesfurcht total verdummt (worden).
Und die Nobelpreisträger kommen doch sowieso fast alle (gebürtig) aus dem Ausland. In dieser Hinsicht waren die Amis schon immer der
FC Bayern München der Wissenschaft.
Ich hat geschrieben:Ist das alles eine "neue" Spielvariante als Ausdruck der Ignoranz unter dem Motto: "Was nicht sein darf, das nicht sein kann - und darum zerschlagen wir es dann" ?
Falls dem so ist - warum wundert mich das dann irgendwie nicht?
Vielleicht deshalb:
Was mich allerdings aufregt, daß sind Menschen, die meinen, ein Wahrheitsmonopol innezuhaben - und natürlich wissen diese Menschen dann auch immer ganz genau über die jeweils anderen Bescheid (und brauchen sich somit ja auch nicht mehr mit diesen auszutauschen). Sowas nenne Ich dann Schubladendenken der übelsten Sorte - das gibt es leider auf allen Seiten.
Ach ja - und das nochmal für diejenigen, die manchmal gerne etwas überlesen:
Mal unabhängig von dem o.g. Film:
Und da wundern sich manche wirklich noch ernsthaft...
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Weißt du, was mich nicht wundert? Dass auch du gerne etwas überliest:
triyann hat geschrieben:Da wirst Du Dich über 99,9% der Menschen aufregen müssen. Vielleicht nicht schlecht. Vor allem, wenn man hier anfängt. Da war doch mal was mit dem Fingerzeig und den Dreien, die man dabei auf sich selber richtet.
Auf der einen Seite vertrittst du die "freiwillige Mitteilung der eigenen Meinung", doch auf der andern Seite prangerst du die Ingnoranz mancher
Leute, im bezug auf die Positionen anderer, an. Paradox!